13.11.2017, 12:40 Uhr

Bürgerinitiative sagt weiter "Nein" zum Kraftwerksprojekt auf der Koralpe

Bürgerinitiative-Sprecher Andreas Mathauer (2. v. l.) führte selbst durch den Abend. Als Referenten waren Walter Postl, Ute Pöllinger und Uwe Begander (v. r.) eingeladen.

Ein volles Haus bei Informationsveranstaltung in Schwanberg

Bis auf den allerletzten Sitzplatz gefüllt war die Mehrzweckhalle Schwanberg am Freitag, dem 10. November 2017, bei der abendlichen Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „Nein zum Industriepark Koralm“. Als Referenten konnte deren Sprecher Andreas Mathauer die steirische Umweltanwältin Ute Pöllinger, den Mineralogen Walter Postl und den Verfahrenstechniker Uwe Begander präsentieren.

1.435 Unterschriften binnen zwei Wochen

(jf). Die geplante Errichtung eines Pumpspeichers auf der Glitzalm sorgt weiterhin für Gesprächsstoff in der Bevölkerung. 1.435 Menschen aus den Gemeinden Deutschlandsberg (325), Eibiswald (114), Frauental (35), Pölfing-Brunn (92), Schwanberg (407), St. Martin im Sulmtal (179), St. Peter im Sulmtal (74) und Wies (209) haben sich an der Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative beteiligt und „Nein zum Industriepark Koralm“ gesagt. Das Ergebnis stärkt den Projektgegner den Rücken. „Ein klares Votum“, konstatiert Mathauer. „Dadurch haben wir Parteienstatus. Wir können in Akten Einsicht nehmen und auch Berufung einlegen. Die Bevölkerung hat gezeigt, dass sie mit dem, was hier passiert, nicht einverstanden ist!“
Die Brisanz des Themas spiegelte sich auch im Interesse an dem von der Bürgerinitiative veranstalteten Informationsabend wider. Neben den über 200 Interessierten konnte Andreas Mathauer auch Vertreter des WWF, Bürgermeister Karlheinz Schuster und LAbg. Sandra Krautwaschl begrüßen. Landschaftliche, geologische, botanische, wirtschaftliche, technische und rechtliche Aspekte wurden von den Vortragenden beleuchtet.

„Die Bürgerinitiative, das bin nicht ich, das sind wir alle!

Sprecher Andreas Mathauer


„Naturparadies Koralm ade?“

Mit Bildern von friedlich weidenden Rindern, blühendem Almrausch, Borstgrasrasen, Gesteinsformationen, Katarakten und mehr verlieh Walter Postl der Natur eine Stimme. Die Bürgerinitiative hegt allergrößte Sorge, dass diese Idylle dem Bau des Pumpspeichers zum Opfer fallen könnte. Auch die Rentabilität des Kraftwerkprojekts wird angezweifelt.
Nicht so emotional wie die Ausführungen von Walter Postl dafür jedoch relativ nüchtern fielen die technischen Betrachtungen von Uwe Begander technischen Details. Umweltanwältin Ute Pöllinger beschäftigte sich mit dem langen Weg zur Umweltverträglichkeitsprüfung.
Bei der abschließenden Podiumsdiskussion wurden verschiedene Fragen artikuliert, die mitunter auch zu Statements avancierten. Die Bürgerinitiative will jedenfalls weiterhin gegen den geplanten Pumpspeicher auf der Koralm ankämpfen, denn „das Geschäftsmodel ‚PSW Koralm’ widerspricht allen öffentlichen Interessen.“

Fotos: Josef Fürbass
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