20.10.2016, 13:52 Uhr

Der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol, gewusst wie

Bei der Eröffnung der ARGE Tagung in der Stainzer Hofer Mühle: Bürgermeister Walter Eichmann, der Obmann der Österreichischen ARGE Suchtvorbeugung Christoph Lagemann, VIVID – Fachstelle für Suchtprävention Geschäftsführerin DSA Claudia Kahr, Zweite Landtagspräsidentin Manuela Kohm und Franz Pietsch vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (v.l.). (Foto: VIVID)

Suchtvorbeugung unter dem Titel "Brennpunkt Alkohol" war das große Thema dieser mit internationalen Referenten besetzten ARGE Tagung in der Hofer Mühle Stainz.

STAINZ. Die Hofer Mühle in Stainz war heuer Schauplatz der ARGE Tagung "Brennpunkt Alkohol" als Jahresthema von VIVID. "Es findet jedes Jahr eine derartige Tagung unter einem jeweils anderen, suchtpräventiven Motto statt. Mit dieser umfassenden Veranstaltung waren wir das zweite Mal in der Steiermark zu Gast und haben bewusst diesen Standort in der Weinbauregion gewählt, um ein Signal zu setzen. Wir müssen ja auch bei den kulturell verwurzelten Faktoren ansetzen, um den Stellenwert von Alkohol einschätzen zu können", so VIVID-Geschäftsführerin Claudia Kahr, die sich hier in Stainz mit ihrem Team sehr gut untergebracht fühlte.

Internationale Referenten

Die Teilnehmer, hauptsächlich Mitarbeiter in der Suchtprävention und in der Beratung, sind aus ganz Österreich und aus Südtirol zu dieser Tagung gekommen, auf der Referenten aus Österreich aber auch aus Deutschland und der Schweiz zu Wort gekommen sind.


Bevor Alkohol zum Problem wird

"Es geht ja nicht um Abstinenz sondern um einen verantwortungsvollen Konsum von Alkohol, also um Reduktion eines problematischen Umgangs mit diesen Substanzen", betont Kahr. Alkoholische Getränke sollen somit ein Genussmittel bleiben und nicht in grenzwertigen Situationen verwendet werden, die in gesundheitsgefährdende Abhängigkeiten führen können.


Der Mensch steht im Mittelpunkt

"Es geht dabei vor allem um die Funktion, die für Betroffene die Substanz Alkohol übernimmt", so Kahr und erklärt: "Die Gründe können in einer Entspannung ebenso liegen, wie im Willen, etwas zu vergessen, oder auch, um sich nicht allein zu fühlen oder Unsicherheiten in einer Gruppe in den Griff zu bekommen und vieles mehr. Diese Motive muss man unter die Lupe nehmen und Alternativen zum Alkohol finden. Alkohol ist, wie der Tabak, in Österreich sehr weit verbreitet und hat ein besonders hohes Schadenspotenzial, nämlich nicht nur für die Person selbst, die im problematischen Ausmaß trinkt, sondern auch für das Umfeld und letztlich auch für die ganze Gesellschaft."
Die Mitarbeiter von VIVID sind daher sehr darum bemüht, betroffene Menschen so mit Fähigkeiten auszustatten, dass sie ihr Leben bestmöglich bewältigen können, ohne Alkohol immer wieder für bestimmte Lösungen einzusetzen.


Fokus auf die Jugend

Kinder und Jugendliche wachsen mit der Omnipräsenz von Alkohol auf. Daher müssen sie so früh als möglich im Umgang mit alkoholischen Getränken gestärkt werden, um einen verantwortungsvollen Konsum in entsprechenden Verhaltensmustern zu erlernen. "Kinder und Jugendliche schauen sich den Umgang mit Alkohol von Eltern und anderen Personen ab. Man darf also die Vorbildfunktion nicht unterschätzen. Selbst wenn ein Jugendlicher noch gar nie Alkohol getrunken hat und beim Papa sieht, dass ihm ein Flascherl Bier beim Entspannen hilft, hinterlässt das einen prägenden Eindruck", so Kahr und schärft ein, dass Alkoholismus nicht nur ein Jugendthema ist. "Als Erwachsene müssen wir unsere Vorbildfunktion beleuchten und uns fragen, wie wir als Gesellschaft mit Alkohol umgehen. Das reicht bis zum Jugendschutz und der Fragestellung, wie und unter welchen Bedingungen Alkohol überhaupt weiter gegeben wird. Wir setzen bei VIVID also dort an, wo problematische Lebensbedingungen zu lösen sind. Da ist Alkohol oft NOCH gar kein Thema."


20 Handlungsempfehlungen

Zum Abschluss der von Vivid als Fachstelle für Suchtprävention veranstalteten und mit Mitteln des Bundesministeriums für Frauen und Gesundheit geförderten Tagung wird auch ein Positionspapier mit 20 Handlungsempfehlungen zur Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol in Österreich präsentiert. Die Empfehlungen in diesem Maßnahmenbündel reichen vom Ausbau der Lebenskompetenzprogramme für Kinder und Jugendliche über einen einheitlichen Jugendschutz bis hin zu Einschränkungen der Werbung für Alkohol.

www.vivid.at
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