06.10.2017, 21:14 Uhr

Ehrengrab von Franz Michael Hangi restauriert

Ehrenbürgerschaft Schwarz auf Weiß
Stainz: Seniorenhaus |

Er war der Nachfolger von Erzherzog Johann als Stainzer Bürgermeister.

Durch die Franz-Michael-Hangi-Straße ist die namensgebende Persönlichkeit einer Vielzahl von Stainzern bekannt. Er war Nachfolger von Erzherzog Johann, der in Stainz als erster frei gewählter Bürgermeister von 1850 bis 1859 die Geschicke (als Amtsleiter stand ihm der Kaufmann Georg Ensbrunner zur Seite) des damaligen 700-Seelen-Ortes lenkte.
Der gebürtige Halleiner (* 3.12.1812) sah es als seine Aufgabe an, den von Erzherzog Johann, der durch seinen Einfluss Bezirkshauptmannschaft, Bezirksgericht und Gendarmerie nach Stainz gebracht hatte, eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Am 2. Mai 1860 trat er sein Amt an, das mit der Errichtung einer Brückenwaage 1867, dem Anschluss an das Telegraphennetz und der Gründung der Sparkasse 1868, der Neuerrichtung der Apotheke 1869 und der Eröffnung einer Zündholzfabrik bedeutsame Höhepunkte erlebte.
Für seine Verdienste wurde der beruflich als Seifensieder tätige Kaufmann 1871 mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet. Am 12. Dezember desselben Jahres fiel er in den Gemeinderäumlichkeiten der Tat eines schizophrenen Mörders zum Opfer. Seiner posthumen Ernennung zum Ehrenbürger – immerhin die höchste Auszeichnung, die eine Kommune zu vergeben hat – verdankte Franz Michael Hangi das nun von der Marktgemeinde restaurierte Ehrengrab im alten Stainzer Friedhof.
Heute befindet sich dort das Seniorenhaus, der Grabstein ist aber deutlich von der Kärntner Straße aus zu sehen. Als Information: Die Ehrenbürgerschaft hat die Obsorge der Kommune im Falle einer Verarmung der Persönlichkeit zur Folge. Skurril: Komiker Didi Hallervorden hat sich als Ehrenbürger das Recht auf lebenslanges gratis Straßenbahn fahren in seiner Heimatstadt Dessau erwirkt, Sängerin Conchita Wurst bekam die Ehrenbürgerschaft von Bad Mitterndorf als Thomas Neuwirth verliehen und Liedermacher Wolf Biermann durfte sich ua über eine Jahreskarte der Berliner Verkehrsbetriebe freuen.
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