06.10.2017, 13:05 Uhr

Ein Stück hinterfragte Identität

Jasmin Holzmann-Kiefer (re.) und Julia Krasser verkörpern in dem Stück ein und dieselbe Person. Beide stehen durchgehend auf der Bühne und gelangen zum Schluss zu einer Erkenntnis.

Im Theater im Kürbis wird 70 Minuten lang Ordnung gemacht

Auf der Bühne stapeln sich haufenweise Sachen. Aber nicht, weil dafür kein Platz mehr ist, sondern weil in der Wohnung Ordnung gemacht wird. Zwei Personen, die ein und dieselbe Rolle spielen, misten aus. Dabei wird nicht nur die Wohnung, sondern auch das Leben sortiert. Peter Eisner inszeniert die Produktion „gestatten: ich“, die am Freitag, dem 6. Oktober 2017, im Theater im Kürbis in Wies ihre Uraufführung feiert.

(jf.) Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Wer bin ich nicht mehr? Wer oder was hat mich beeinflusst? Diesen Fragen geht das Stück „gestatten: ich“ nach. Regisseur Peter Eisner – der Text stammt von ihm – hat das Stück gemeinsam mit den beiden Darstellerinnen Jasmin Holzmann-Kiefer und Julia Krasser erarbeitet. „Wir sind vom Thema Identität ausgegangen, aber auch die Selbstdarstellung ist ein großes Thema im Hintergrund.“
Für die unterhaltsamen Produktion schlüpfen Krasser und Holzmann-Kiefer in die gleiche Rolle. Beide verkörpern sie sie. Eine Frau eben. Mittelaltjung, nicht zu groß und nicht zu klein, glücklich im Beruf und sonst auch. Es ist der Punkt erreicht, wo es wieder einmal an der Zeit ist, das Zuhause auszumisten. Dabei stehen nicht nur materielle Dinge, sondern auch Fragen im Raum. Was gebe ich weg? Was nehme ich weiterhin mit? Am Fußoden sammeln sich viele alte Hüte an: Bücher, Schallplatten, Spielsachen, Schuhe an. Mit jedem Gegenstand werden Kindheits- und Jugenderinnerungen erlebbar. Das Schöne daran ist auch, dass Ordnung nicht nur das halbe Leben ist, sondern dass Ordnung machen ein ganzes Leben zeigen kann. Ihres. Und nicht nur das, sie selbst wird sichtbar. Eine Auseinandersetzung mit sich selbst, ein Stück vom Suchen und (Er-)Finden der eigenen Persönlichkeit.

Von persönlichen Erfahrungen der Darstellerinnen beeinflusst, ist eine fiktive Geschichte entstanden, die total real sein könnte. Gut möglich, dass auch die Zuschauer sich im Stück wieder erkennen und zu einer Erkenntnis kommen.
„gestatten: ich“ hat am 6. Oktober um 20 Uhr im Theater im Kürbis in Wies Premiere. Weitere Aufführungen: 11., 14., 18., 19., 20. und 21. Oktober mit Beginn um 20 Uhr sowie am 15. Oktober mit Beginn um 17 Uhr.
Info und Kartenreservierung von Montag bis Freitag (8-16 Uhr) unter 03465/7038, 0664/1615554 oder kuerbis@kuerbis.at, www.kuerbis.at, facebook.com/kuerbiswies

Fotos: Josef Fürbass
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