29.08.2016, 15:27 Uhr

Fado de Coimbra-Dacapo in Stainz

Ein Vortrag auf höchstem Niveau
Stainz: Refektorium |

João Farinha, Luĭs Barroso und Luĭs Carlos Santos gastierten im Refektorium.

Wenn Künstler ein weiteres Mal eingeladen werden, liegt das wohl an der Qualität des Erstkonzertes. Bei João Farinha (Sänger), Luĭs Barroso (zwölfsaitige portugiesische Gitarre) und Luĭs Carlos Santos (klassische Gitarre) war das wohl der Fall, sie gastierten am vergangenen Sonntag ein zweites Mal im Refektorium des Schlosses.
Als Zuhörer ist man hin- und hergerissen, ob es die melancholischen Melodien des Fado, eines portugiesischen Musikstils, der 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde, sind oder ob die Begeisterung vom virtuosen Gesangs- und Musikvortrag herrührt.
Die Besetzung in Stainz konnte dem „Fado Professional“, also einem hochentwickelten Vortrag, zugeordnet werden. „Fadista“ João Farinha schaffte es zudem, durch seine Erklärungen ein wenig Licht in Umfeld, Bedeutung und Entstehungsgeschichte der Lieder zu bringen. „Wie immer“, kündigte er ein Liebeslied an, „geht es um das betörende Spiel zwischen den Geschlechtern.“ Viele der balladenartigen Lieder entstanden in studentischen Milieus, oft und oft ging es um das Aufzeigen der unwirtlichen Verhältnisse in niedrigen Bevölkerungsschichten. Auch die Stellung der Kirche war ein Thema, wie „Quando estavas na igreja“ zeigte.
Die drei Männer in Schwarz mit ihren Umhängen bezogen bei einigen Liedern auch das Publikum in den Vortrag ein. Zwar reichte es nur zu einem „Ho-ho-hou“, das aber – wie Farinha launig anmerkte – für jeden Einsatz als Santa Claus durchgehen würde.
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