18.12.2017, 15:11 Uhr

Fröhliche Weihnachten von Pölfing-Brunn bis Chile

Weihnachten in Chile: Michael Schöggl aus Pölfing-Brunn mit seinem dreijährigen Sohn im Dezember – und das kurzärmelig. (Foto: Schöggl)

Vom Christkind über Santa Claus, Père Noël bis zur Befana, es weihnachtet. In der WOCHE erzählen Auslandssteirer von ihren "neuen" Weihnachtsfesten.
So auch Michael Schöggl aus Pölfing-Brunn, der uns über Weihnachten in Chile berichtet.

PÖLFING-BRUNN/CHILE. Während bei uns das Christkind alle Hände voll zu tun hat, seinen Platz gegen den "umfangreichen" Weihnachtsmann zu verteidigen, sehen sich jährlich Zigtausende Steirer dieses "Duell" aus der Ferne an: Laut Auskunft des Büros für Auslandssteirer leben zwischen 60.000 und 70.000 Steirer im Ausland – teilweise wird also auch das Weihnachtsfest in der neuen Heimat gefeiert. Dabei haben sie sich entweder die Weihnachtsbräuche des Gastlandes zu Eigen gemacht oder es wurden einfach steirische Bräuche "importiert".


Weihnachten in Chile

Einer von ihnen ist Michael Schöggl aus Pölfing-Brunn. Schöggl ist Baustellenleiter der Andritz AG im südamerikanischen Chile und mit einer Chilenin verheiratet. Die beiden Buben sind jetzt 3 und 16 Jahre alt. "Meine Familie und ich wohnen seit Februar 2013 in Chile", erklärt Schöggl auf Anfrage der WOCHE Deutschlandsberg. "Wir waren in den letzten vier Jahren zu Weihnachten in Chile, aber heuer kommen wir nach Österreich", freut er sich. Wie steht es nun mit den Weihnachtsvorbereitungen in Chile? "Sie unterscheiden sich nicht wirklich von jenen in Österreich. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie hier noch stressiger sind", so Schöggl, der versucht, die Traditionen von Österreich beizubehalten.
"Der Weihnachtsmann in Chile heißt ‚Viejito Pascuero‘, der über Schornsteine und Fenster für die Kinder Geschenke verteilt, die sie nach der Mitternachtsmesse an Heiligabend oder am 25. Dezember morgens auspacken dürfen. Am Weihnachtsabend kleidet sich die Familie festlich, also mit Krawatte bzw. Kleid, und isst ein gediegenes Abendmahl – und das bei 30 °C", vermisst Schöggl das schummrige Wetter aus unseren Breiten. Nach dem Festschmaus heißt es also warten auf Mitternacht, damit die Kinder (klein und groß) ihre Geschenke bekommen. Und die süßen Kekserln? "Man hat zwar keine Weihnachtsbäckerei wie in der Steiermark, aber man isst ein Weihnachtsbrot, also ein Frucht-Nuss-Brot. Ein typisches Weihnachtsgetränk ist der ‚Cola de Mono‘ (übersetzt ‚Affenschwanz‘), ein Cocktail, der aus Pisco, Milchkaffee, Zucker und Vanille zubereitet wird. Für die Kinder gibt es eine Version ohne Alkohol", so der Pölfing-Brunner. Zur Mitternachtsmette geht man im katholisch geprägten Chile ebenso wie bei uns. Feiertage sind allerdings nur der 25. Dezember und der 1. Jänner. "Es gibt auch eine Art von ‚Licht ins Dunkel‘, das hier ‚Teleton‘ genannt wird", findet Schöggl eine weitere Parallele.


Punsch und Schnee gehen ab

Und was fehlt einem Steirer an Weihnachten im sonnigen Ausland? "Mir fehlt einfach das kalte Wetter, das mich auf das Fest einstimmt. Hier in Chile kann man sogar in Shorts den Weihnachtseinkauf bewältigen. Ich weiß, dass es auch in Österreich in letzter Zeit nicht sehr viel Schnee gegeben hat, aber dieser geht mir sehr ab", so Schöggl und ergänzt: "Mir fehlen Punsch und Glühwein ebenso wie die Weihnachtskonzerte und Weihnachtsspiele, die bei uns immer so stimmungsvoll sind."
Übrigens: Das Büro für Auslandssteirer ist eine Servicestelle des Landes Steiermark, damit Steirer, die sich wo auch immer im Ausland befinden, Kontakt zu ihrer Heimat halten können.


Mehr Weihnachtsstorys von Auslands-Steirern finden Sie hier.
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