13.10.2017, 15:57 Uhr

Hier haben die Kinder das Gemeindeamt übernommen

Ganz links verbirgt sich die neue Kinderkrippe im ehemaligen Gemeindeamt von Georgsberg, rechts sind Wohnungen.

In Georgsberg wurden alle Räume des ehemaligen Gemeindeamts umgebaut und vollständig nachgenutzt.

Drei Jahrzehnte lang regierten hier die Bürgermeister und Gemeinderäte von Georgsberg, mittlerweile haben die Kinder in Pichling 180 übernommen. 1981 wurde der Grundstein für das Haus in Georgsberg gelegt, nach einer dreijährigen Bauphase zog hier die damalige Gemeinde ein. Wirklich alt wurde das Gemeindeamt im Vergleich zu anderen Gebäuden seiner Art nicht. Mit der Gemeindefusion zu Jahresbeginn 2015 hörte Georgsberg als eigenständige Gemeinde auf zu existieren, rund 30 Jahre nach der Eröffnung wurden die Amtsräume als solche nicht mehr gebraucht.

Kinderkrippe geplant

Seitdem gehört Georgsberg zur neuen Großgemeinde Stainz. Diese übernahm die Angestellten der ehemaligen Gemeinde, nur ein Mitarbeiter blieb nach dem Zusammenschluss im alten Amt sitzen. Dort wurde eine Bürgerservicestelle eingerichtet. Der Zulauf hielt sich in Grenzen, vier Monate nach der Fusion wurde das Service eingestellt. „Das war aber von Anfang an so geplant“, erinnert sich Bürgermeister Walter Eichmann. Man hatte ohnehin schon während der Fusionierungsgespräche andere Ideen für das Amtshaus in Pichling im Hinterkopf. „Wir wollten in Stainz eine Kinderkrippe einrichten, um unser Betreuungsangebot zu erweitern“, erklärt Eichmann. Da es im ehemaligen Gemeindeamt von Rassach bereits seit den 70ern einen Kindergarten gibt und dieser um eine alterserweiterte Gruppe ergänzt wird, entschied man sich für Georgsberg. Knappe sechs Monate dauerten die Umbauarbeiten, die im Vorjahr stattfanden, die ehemaligen Räumlichkeiten der Gemeinde werden somit zur Gänze nachgenutzt.

Kindergarten und Wohnungen

Seit September 2016 haben hier nun die Kinder das Sagen. Wobei „Sagen“ etwas voreilig ausgedrückt ist, denn die betreuten Kinder sind alle im Alter zwischen ein und drei Jahren. Corina Spieler, Annemarie Grinschgl und Sonja Hemmer kümmern sich jeden Vormittag um elf Kinder, nur im August hat die Kinderkrippe drei Wochen Ferien. Auch der angrenzende Kindergarten im Nebengebäude profitiert von der kinderfreundlichen Nachnutzung des einstigen Gemeindeamts, manche Räume werden auch von dessen Gruppen genutzt. Im ehemaligen Sitzungssaal wird heute zum Beispiel geschlafen – aber nur, wenn Mittagsruhe angesagt ist, ansonsten wird der Saal auch als Bewegungsraum genutzt. Der Kindergarten in Georgsberg existiert ebenfalls seit dem Neubau des Hauses vor 30 Jahren, genauso wie sieben Wohnungen auf der anderen Seite des Gebäudes. Im Gegensatz zum Gemeindeamt haben sie die Fusion überlebt – dafür fanden elf Kinder eine neue Heimat, während ihre Eltern arbeiten gehen.
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