04.10.2016, 15:30 Uhr

Im Schilcherdorf Wernersdorf "gärt" es nun eine Woche lang

Lauter fesche Dirndln in der Schilcherei: Luise und Johannes Jöbstl mit Ulli Rastl (r.) aus Bad Aussee

Der Schilcher und seine Affinität zum Dirndl

Das Beste kommt zum Schluss. Dieser Ausspruch trifft am Ende eines langen Arbeitsjahres auch bei den Weinbauern den Nagel auf den Kopf. Doch heuer sind bei der Traubenernte empfindliche Einbußen zu beklagen. Dass es in Wernersdorf „gärt“, hat jedoch ausschließlich mit der Wertschätzung der EmmausWinzer für den Schilcher zu tun.

(jf). Der späte Frost im Frühjahr zeigt drastische Folgeerscheinungen. Die Traubenernte wird heuer äußerst bescheiden ausfallen. Vor allem der Schilcher wird zur Rarität. Dennoch „gärt“ es vom 9. bis 15. Oktober im Schilcherdorf Wernersdorf.
Eröffnet wird die Gärwoche am Sonntag, 9. Oktober, mit dem obligaten EmmausPressfest in der Schilcherei Jöbstl. Diesmal bricht man mit einer lieb gewonnenen Tradition. Erstmals wird es kein Traubentreten geben. „Das wäre im Hinblick auf den massiven Ernteausfall moralisch nicht vertretbar“, so Johannes Jöbstl. „Beim Schilcher wird der Ertrag heuer im Bezirk Deutschlandsberg lediglich 10 bis 15 Prozent ausmachen.“ Klein, aber fein wird daher auch die Edition des EmmausWeines ausfallen. Statt des Traubentretens durch barfüßige Damen haben die EmmausWinzer beim Pressfest eine andere Überraschung für die Gäste parat. Es wird auch eines der wenigen Hoffeste sein, wo ein Schilchersturm kredenzt wird...

Der Schilcher lacht sich ein Dirndl an...

Der Schilcher-Landessieger 2016 der Familie Jöbstl macht dem Fest den Hof. In und vor der Schilcherei, auf der Sonnenterrasse und im Keller ist pures Wohlfühlen angesagt. Roman kocht ab 12 Uhr mit Schilcher, Wild und mehr. Um 14 Uhr setzt der „Gärprozess“ dann so richtig ein. Für Unterhaltung sorgt die „Maschansker Musi“.
Gar neidisch möchte man werden, wenn man sieht, wie der Schilcher mit den Dirndln anbandelt. Noch dazu in aller Öffentlichkeit. Zu sehen in der Ausstellung „Der Schilcher und sein Dirndl“ von Ulli Rastl. Die ausgewählten Modelle von Trachten Rastl in Bad Aussee harmonieren in Bezug auf Farbe und Schnitt mit dem Schilcher. Bei den Dirndln in verschiedenen Variationen zeigt sich: Der Traditionsbetrieb, der auch Spitäler und Schulen in Tansania unterstützt, ist offen für neue Farben und Schnitte. Ob klassisch, einschmeichelnd, ruhig, reif, verführerisch oder leidenschaftlich – der Schilcher ist die Vielseitigkeit in Person. Beim Afrikadirndl zieht der Süßwein alle Register, zum Braukleid passt der Kristall.

Es „gärt“ eh weiter...

Am Montag, 10. Oktober, bittet EmmausWinzer Rainmund Pühringer vlg. Löscherannerl zum Fest. Ab 15 Uhr gibt’s Kastanien und Sturm, Musikunterhaltung und hausgemachte steirische Schmankerln. Motto: „Vom sauren bis zum süßen Allerlei ist alles dabei!“
Zum „Tag der offenen Selchkammertür“ lädt am 11. Oktober ab 14 Uhr EmmausWinzer Erich Spari vlg. Rieglschneider. Die lukullischen Schätze in Form von frischen Würsteln und Geselchtem können sich sehen und noch besser schmecken lassen. Auch hier bewährt sich die Idealkombination von gebratenen Kastanien und Sturm. Und nicht nur in der Evergreen-Bar erklingt Musik...
Am Mittwoch ist Ruhetag. Dafür sind am Donnerstag, 13. Oktober, alle fit für die geführte Wanderung am Winzerweg. Die Winzerin oder der Winzer begleitet von Hof zu Hof. Start ist um 13 Uhr bei der Emmauskapelle. Die Gehzeit beträgt zwei Stunden.
Am Freitag, 14. Oktober, macht die Gärwoche am Rinderhof von Karl Strohmeier vlg. Schwoama Station. Ab 13 Uhr wird bei Spezialitäten vom Rind, zubereitet von „Jägerwirt“ Christian Strohmayer, gefeiert. Das Hoffest wird musikalisch umrahmt.
Zum großen Finale wird am Samstag, 15. Oktober, vom „Almland- Trio“ beim EmmausWinzer Stefan Pauritsch geblasen. Ab 14 Uhr sorgen steirische Schmankerln, Kastanien und Sturm für Hochgenuss. Eine Spezialitätenweinkost rundet das Programm ab. Es gibt auch eine eigene Schilcherbar. Um 21 Uhr findet die Ziehung der EmmausPass-Gewinner statt. Eine ganze Woche lang heißt es nun im Schilcherdorf Wernersdorf: "Es-gaert-Punkt-Komm"...

Fotos: Josef Fürbass
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