13.07.2017, 10:20 Uhr

Jessica Treissmann hilft afrikanischen Waisenkindern

Jessica Treissmann aus St. Martin in Sulmtal will sich in Soweto für Waisenkinder einsetzen. (Foto: Franz Krainer)

Soziales Engagement ist für Jessica Treissmann aus St. Martin Sulmtal gelebte Menschlichkeit. Sie will in Nairobi Waisenkinder betreuen.

ST. MARTIN I. S. Jungen Menschen eilt heute oft der Ruf voraus, ausschließlich konsumorientiert zu denken, sich nur in der Spassgesellschaft wohl zu fühlen und kaum einen Blick für jene Menschen zu haben, die in unserer Welt entscheidend benachteiligt sind. Jessica Treissmann hat sich gerade durch die HLW-Matura gemüht, arbeitet bei Sorger in Frauental und hat eine Entscheidung getroffen, die Respekt verdient.

Aus eigenem Antrieb

Treissmann geht für drei Monate nach Nairobi, der Hauptstadt Kenias, um dort freiwillig und ohne Bezahlung im Osten der Millionenstadt in Soweto, einem der extremsten Brennpunkte Afrikas in einem Waisenhaus Kinder zu betreuen. Selbst den Flug und die notwendigen Impfungen (immerhin knapp 2200 Euro) bezahlt Jessica selbst. „Ich hatte eigentlich nie ein besonderes soziales Gewissen, doch viele Entwicklungen der letzten zwei Jahre haben mich zum Nachdenken gebracht!“ lautet die Antwort auf die drängende Frage, warum sich eine Zwanzigjährige dieser Tortur unterzieht. Ihr Einsatzgebiet wird Soweto sein, einer der größten Slums in Afrika mit insgesamt etwa 1 Million Menschen, die in völlig perspektivenlosem Elend leben.


Unterricht im Waisenhaus

„Ich werde bei einer Gastfamilie untergebracht sein und in einem Waisenhaus Kinder unterrichten, die ohne familiäre Bindung als ‚Straßenkinder aufwachsen oder bereits als Babies weggelegt wurden!“ ist sich das fröhliche und intelligente Mädchen auch der enormen psychischen Belastung ihrer Entscheidung bewusst. Was die junge St. Martinerin wirklich erwartet, „will sie eigentlich gar nicht wissen, für die junge Frau zählt die Aufgabe und zu viele Informationen würden die tapfere Entscheidung von Jessica Treissmann vielleicht in Frage stellen, wie es der eine oder andere in ihrem Freundeskreis macht.

Keine spontane Entscheidung

„Solche Entscheidungen trifft man nicht spontan, ich habe viel nachgedacht und meine, dass jeder Mensch auch die Verpflichtung hat, unsere Welt ein ganz klein wenig besser zu machen und nicht nur kritiklos unserer Wohlstandsgesellschaft mit ihren hinterfragenswerten Regeln zu folgen“, ist Jessica von ihrer Entscheidung überzeugt. Die Weststeirerin ist sich aus des Risikos bewusst, als Mädchen in eine Welt einzutauchen, die von Hass, Gewalt und Kriminalität geprägt ist. Doch die Sorge um die eigene Situation weicht im Gespräch immer mehr der Freude auf die teilweise unbekannten Herausforderungen. “Meine ganze Familie war immer hilfsbereit, ich habe mit gedanklich in den letzten Jahren von der allgemein üblichen Oberflächlichkeit entfernt und dieses Engagement in Nairobi ist eine logische Konsequenz!“


Ausbildung zur Krankenschwester im Fokus

Jessica will nach den drei Monaten in Afrika zurück, dann eine Ausbildung als Krankenschwester machen und vielleicht eines Tages mit „Ärzte ohne Grenzen“ auf den schwarzen Kontinent zurückkehren. Eine mutige Entscheidung eines jungen Mädchens, das wohl so manche Stimme verstummen lassen wird, wenn sie über „die heutige Jugend“ herziehen.

von Franz Krainer
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