12.06.2017, 10:52 Uhr

Leserbrief zu den geplanten Kraftwerken

Maria Huber aus St. Martin i.S. richtet ihre Worte an Peter Masser, der gemeinsam mit Alfred Liechtenstein sowohl das Kleinwasserkraftewerk an der Schwarzen Sulm als auch Österreichs größtes Pumpspeicherkraftwerk auf der Glitz-Alm im Koralmgebiet plant.

Sehr geehrter Herr Masser!
Glauben Sie wie der amerikanische Präsident Donald Trump nicht an eine Klimaänderung? Eigentlich müssten Sie es besser wissen: Hat nicht die Erwärmung von Mutter Erde schon einmal ein Projekt ihres Vorgängers kaputt gemacht, nämlich das Schigebiet Gregormichlalm.
Jetzt wollen Sie noch nach der eventuellen Zerstörung der Sulmklamm der ganzen Weststeiermark das Wasser abgraben? Was sagen Sie zum jetzigen Wasserstand der Schwarzen Sulm - erschreckend niedrig - wie werden Sie denn Ihre Stauseen damit befüllen, ohne uns einen Großteil des Sulmwassers zu nehmen? Außerdem hört man von Wissenschaftlern, dass es möglich wäre, durch Ihre Sprengarbeiten unsere Trinkwasserquellen zum Versiegen zu bringen. Da haben wir ja schöne Aussichten! Vielleicht könnten wir statt unseres herrlichen Quellwassers dann auf das nitratverseuchte Wasser aus dem Leibnitzer Feld zurückgreifen.
Herr Masser, diese wunderschöne Almlandschaft wie die Glitz gehört uns allen, Sie haben Sie von unserem Herrgott nur geliehen bekommen und tragen Verantwortung zum Schutze der Schöpfung!

Auch ich brauche elektrischen Strom und schätze diesen aus Wasserkraft. Aber nicht zu jedem Preis!
Man könnte bestehende Wasserkraftwerke ausbauen und so effektiver machen. Das ist nicht meine Meinung, sondern das Ergebnis fundierter Studien. Also - warum muss man ein unberührtes Naturjuwel wie unsere Koralm zubetonieren und in einen lebensfeindlichen Industriepark umwandeln?
Ursprünglich stand ich einem Speichersee nicht negativ gegenüber. Erst als ich erfahren habe, dass das Wasser von einem Becken aus Steinen und Asphalt, vollkommen ohne jegliches Leben von Pflanzen und Tieren, ins andere gepumpt wird, und das jeden Tag, dachte ich mir, dass wir alle miteinander das doch nicht zulassen können. Einige wenige, die so viel Geld haben, dass sie nicht wissen, wie sie es investieren sollen, um zu noch mehr Geld zu kommen und uns dafür unsere schöne Bergwelt nehmen - das kann doch niemand von uns "Normalverbrauchern" wollen.
In meinen Sorgen um die Zukunft von Mutter Erde sehe ich mich von keinem Geringeren unterstützt, als von Papst Franziskus. Er schreibt in seiner Umweltenzyklika "Laudato si`", dass wir: " Wege finden müssen, um aus der Spirale der Selbstzerstörung herauszukommen, in der wir untergehen." Außerdem erklärt er: "Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein universales Menschenrecht, das wirtschaftlichem Profitstreben enthoben sein sollte.

Maria Huber, Sulb 30, 8543 St. Martin
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.