04.01.2018, 11:37 Uhr

Webstühle sind sein größtes Geschenk

Herbert Gigerl an einem seiner Webstühle, die er in Burkina Faso behinderten Menschen zur Verfügung stellt. (Foto: KK)

Der Deutschlandsberger Herbert Gigerl war bereits zum vierten Mal in Burkina Faso und kümmerte sich um behinderte Menschen.

Erinnern Sie sie noch, was Sie zu Weihnachten bekommen haben? Manches Geschenk fällt einem knapp zwei Wochen später vielleicht schon nicht mehr ein oder man hat damit sowieso keine Freude gehabt. Für einen wie Herbert Gigerl ist so etwas unverständlich. Der Deutschlandsberger organisiert seit vielen Jahren Webstühle für behinderte Menschen in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt. Kurz vorm Heiligen Abend kam er von seiner bereits vierten Reise in das afrikanische Land zurück. Geschenkt hat er zu Weihnachten, wie schon die letzten Jahre, nichts, nur sein Enkerl bekam etwas. „Wir haben ja eigentlich alles“, meint Gigerl. „Wenn man die Zustände in Burkina Faso sieht, merkt man erst, wie gut es uns eigentlich geht.“ Dort schenkte er einem Mann ein paar alte Schuhe, das er selbst nicht mehr trug. „Die Freude in seinen Augen, als ich ihm diese Schuhe gab, war überwältigend“, erinnert sich Gigerl an einen der schönsten Momente seiner Reise. Es war aber auch seine bisher anstrengendste, wie er selbst sagt.

26 Webstühle in Burkina Faso

Vier Jahre war es her gewesen, dass Gigerl zuletzt in Burkina Faso war. Seine geplante Reise im Jänner 2017 musste er aus gesundheitlichen Gründen absagen, nun war es aber wieder höchste Zeit. Seit seinem letzten Besuch 2013 waren 18 neue Webstühle hinzugekommen. Derzeit stehen 26 behindertengerechte Geräte im ganzen Land verteilt, die alle über Spendenaktionen von Gigerl finanziert wurden. Die Webstühle müssen aber auch laufend betrieben werden und um die Behinderten müssen sich geeignete Helfer kümmern. In Zusammenarbeit mit der Entwicklungswerkstatt Austria (EWA) fand Gigerl auch bei seiner letzten Reise wieder neue Leute, die ihm helfen. „Immer wieder kamen irgendwo Probleme auf und ich machte mir nächtelang Gedanken, wie wir alles lösen könnten“, erinnert sich Gigerl. Drei Wochen war er zusammen mit dem ehemaligen Entwicklungshelfer Franz Griesser und einer Koordinatorin der EWA, die sich in Burkina Faso um alle Webstühle kümmert, im ganzen Land unterwegs. Dafür hatten sie auch einen eigenen Chauffeur, denn manche Straßen in Afrika unterscheiden sich doch deutlich von unseren. „Die Hauptstraßen sind alle asphaltiert, aber sobald du wo abbiegst, ist nur mehr Sand und es gibt oft zehn Zentimeter tiefe Löcher“, erzählt Gigerl von abenteuerlichen Autofahrten. „Als der Sand matschig wurde, haben wir einmal für 80 Kilometer vier Stunden gebraucht.“ 3.000 Kilometer ist Gigerl mit seinem Trupp durchs Land gefahren, nur zwei Webstühle ganz im Norden haben sie ausgelassen. „Die liegen im Grenzbereich zu Mali, das war für uns als Weiße zu gefährlich.“ Am Ende hat Gigerl in den drei Wochen aber alles erledigen können, was er sich vorgenommen hatte, sodass sein Projekt weiter auf Schiene laufen kann.

Spenden als größter Wunsch

In wenigen Wochen feiert Gigerl seinen 71. Geburtstag. Geschenke will er auch dort keine haben, er wünscht sich lieber Unterstützung für sein Projekt. So wie zum 70er, als er einen Webstuhl für Burkina Faso geschenkt bekam. Er kann nicht sagen, wie oft er noch nach Afrika kommt, denn er weiß, dass auch er nicht jünger wird. Aber der bescheidene Pensionist wünscht sich ohnehin nur Gesundheit, Zeit mit Freunden und Familie sowie weitere Unterstützung für „seine“ Leute in Burkina Faso.

Spendeninformation

Projekt "Hilf mir helfen"
Raiffeisenbank Lannach
IBAN: AT543821000031138720
BIC: RZSTAT2G210
Kennwort: Hilf mir helfen
Herbert Gigerl ist es wichtig, den Namen jedes Spenders zu wissen, um sich persönlich bedanken zu können, denn er betont, dass sein Projekt von solchen Beiträgen lebt.
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