20.11.2016, 07:50 Uhr

Wernersdorf nimmt Kurs auf die Ganztagsschule

Das Motto lautet „Sprache und Bewegung“: Bgm. Mag. Josef Waltl, Dir. Isabella Pühringer, PSI Helene Pilko und Lehrerin Joyce Kimberley Rijksen (v. l.) bei der Präsentation der GTS Wernersdorf.

Sprache und Bewegung als „Proviant“ für den Weg in die Zukunft


Die Volksschule Wernersdorf bei Wies hat eine lange Tradition. 24 Kinder werden hier zurzeit unterrichtet. Nun strebt Direktorin Isabella Pühringer eine Neuausrichtung an. Mit der Installierung einer Ganztagsschule sollen Sprache und Bewegung zu tragenden Säulen werden. Bei entsprechendem Interesse könnte das Modell bereits im Schuljahr 2017/18 in die Praxis umgesetzt werden. Mit 210 statt bisher 80 Bewegungseinheiten im Jahr und vier Stunden Englischunterricht.



(jf). In Wernersdorf werden die Weichen für die erste Ganztagsschule in verschränkter Abfolge im Bezirk gestellt. Dabei wechseln einander Unterrichts-, Lern- und Freizeiteinheiten mehrmals im Laufe eines Tages ab. Kein starrer Fächerkanon, keine Hausaufgabe, dafür bleibt mehr Zeit für individuelle Förderung und Unterstützung. Teamarbeit und Wir-Gefühl werden forciert, Aufgaben und Lernziele während der Schulzeit erledigt.
Mit diesem Pilotprojekt im Bezirk Deutschlandsberg, das Pühringer als „sinnvolle Alternative zur einfachen Nachmittagsbetreuung“ sieht, würde man in Wernersdorf laut Bildungslandesrätin Ursula Lackner einen großen Schritt in Richtung Schule der Zukunft machen. Fix im Stundenplan, den Direktorin Pühringer den anwesenden Eltern bereits in provisorischer Ausführung präsentieren konnte, verankert ist die tägliche Turnstunde. Dazu kommen noch Bewegungseinheiten in der frischen Luft. „Wir haben einen Turnsaal, einen Spiel- und Sportplatz, eine Spielwiese vor der Schule und ganz viele Wälder in der näheren Umgebung“, weist Pühringer auf die verschiedenen Möglichkeiten der sportlichen Betätigung hin. Am Nachmittag gibt es Workshops mit diversen Vereinen wie Kickbox Club Wies, Eisschützenverein Wies, Sportunion Wielfresen, Sportverein Wies. „Wir wollen das Gelingen der Ganztagsschule fördern, indem wir unser Wissen und Können einbringen“, kündigt etwa Karl Kolleritsch als Obmann des KBC Wies an. Auch Frauenbewegung und Jägerschaft haben ihre Mitarbeit angeboten.

Weise Eule in Fußballschuhen


Die intensiven Bemühungen dahingehend wurden am Mittwoch, dem 16. November 2016, im Rahmen einer Pressekonferenz eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nora Beinstein, Mutter einer siebenjährigen Schülerin, hat das neue Schullogo entworfen. Die Eule als Symbol für Weisheit hat einen Studium-Hut in den britischen und österreichischen Farben auf und trägt Fußballschuhe. Damit wird der Fokus auf das Motto „Sprache und Bewegung“ gelegt. Als Webdesignerin hat Beinstein auch gleich einen professionellen Internetauftritt gestaltet. „Es ist die schönste Schulhomepage, die ich bisher gesehen habe“, lobte die für Leibnitz und Deutschlandsberg zuständige Pflichtschulinspektorin Helene Pilko.

„Es ist mir schon seit Jahren ein Anliegen, eine Ganztagsschule in verschränkter Abfolge in Wernersdorf zu etablieren, da dies für mich die qualitativ hochwertigste Form von Unterricht darstellt.“

Volkschuldirektorin Isabella Pühringer

Die Idee scheiterte bisher am zu geringen Einzugsgebiet. In der neuen Großgemeinde Wies ist die Ausgangsbasis dafür allerdings eine völlig andere. Bürgermeister Josef Waltl, der seit der Gemeindefusion drei Volksschulen in seiner Kommune hat, sieht in dem Vorstoß eine gute Möglichkeit, um den Schulstandort in Wernersdorf abzusichern: „Wir schreiben Bildungsgeschichte, und es ist auch die Zukunft“, spricht Waltl die Durchmischung von Freizeit- und Unterrichtszeiten an. Mit dem Konzept will man neuen Möglichkeiten des offenen Lernens Tür und Tor öffnen. Schulinspektorin Helene Pilko assoziiert damit eine feine Möglichkeit für die Kinder und findet anerkennende Worte „für das durchdachte Projekt“. Das Mittagessen wird angeliefert und kann in der Schule eingenommen werden.

„Es geht mir um die Perspektiven unserer Kinder. Mit dem Schwerpunkt auf englische Sprache und Bewegung setzen wir ein klares Signal für die Zukunft.“

Bürgermeister Josef Waltl

Vor allem Kinder von berufstätigen Eltern, die an verschiedenen Aktivitäten interessiert sind, die neue Sportarten wie Floorball kennen lernen wollen, die Freude an Sprache haben, sich gerne in der Natur aufhalten und nicht nur fünf Stunden still sitzen wollen, gehören zur Zielgruppe der Ganztagsschule. Für den 2. Dezember, von 9 bis 12 Uhr, plant die Volksschule Wernersdorf einen „Tag der offenen Tür“. Unter www.gts-wernersdorf.at. – die Website wurde am kürzlich frei geschaltet – können sich Eltern ebenfalls informieren und auch gleich ein Formular zur Anmeldung für die Ganztagsschule herunterladen. Darüber hinaus ist man unter www.facebook.com/gts.wernersdorf auch bei FB präsent.
2024 feiert die Volksschule Wernersdorf ihr 200-jähriges Bestehen. Die Chancen stehen günstig, dass sie dann als erste Ganztagsschule in verschränkter Abfolge des Bezirkes Deutschlandsberg bereits in die Geschichte eingegangen ist...

Fotos: Josef Fürbass
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