26.06.2017, 09:53 Uhr

100 Schiris zu wenig: Große Sorgen im steirischen Schiedsrichterwesen

Abpfiff: Gottfried Schuiki (Mitte) wurde von Stefan Messner (l.) und Schiedsrichter-Obmann Franz Roschitz verabschiedet. (Foto: Franz Krainer)

Beim Schiedsrichterturnier in Frauental standen vor allem die Sorgen der steirischen Schiris im Vordergrund - von Unterbesetzung bis Insultierungen.

Anlässlich des Landesturniers der Schiedsrichter in Frauental gab es viele Gelegenheiten, nicht nur knifflige Regeln mit dem Kollegium zu diskutieren. Der steirische Schiedsrichterobmann und Besetzungsreferent Franz Roschitz macht sich nämlich Sorgen: „Wir haben insgesamt 322 Schiedsrichter, von denen mir pro Wochenende etwa 220 zur Verfügung stehen." Krankheitsbedingt, wegen beruflicher oder familiärer Verpflichtungen ist rund ein Drittel seiner Kollegen nicht besetzbar. „Mindestens hundert zusätzliche Leute wären notwendig, um die 550 bis 600 Spiele in der Steiermark zu besetzen", meint Roschitz. "Vor allem im Nachwuchs sind wir im Moment nicht in der Lage, den Wünschen der Vereine nachzukommen.“

Zusammenarbeit mit StFV

Man hat durchaus das Gefühl, dass die steirischen Schiedsrichter in den sieben Staffeln (Süd, West, Ost, Graz, Murtal, Mürztal, Ennstal) eine vorbildliche Kameradschaft pflegen. Auf dem Spielfeld sind sie aber von Vereinsspielern nicht zu unterscheiden. „Gemotzt wird bei einer Entscheidung der Kollegen genauso wie bei normalen Spielen, scheinbar ist das ein Bestandteil des Fußballs", grinst Schiri-Ikone Sigi Doppelreiter, der jetzt in Groß St. Florian lebt. Der Austausch mit dem Steirischen Fußballverband funktioniert laut Roschitz. „Die Zusammenarbeit mit Präsident Wolfgang Bartosch ist hervorragend, der wohl wichtigste Bestandteil für eine noch immer funktionierende Struktur des wichtigsten Massensports in Österreich“, lobt Roschitz die StFV-Führungsriege.

Abpfiff für Schuiki

17 Regionalligaschiedsrichter und drei Bundesligareferees kommen derzeit aus der Steiermark, auch einige Frauen haben in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Gröbmingerin Elisabeth Walcher, ehemalige Auswahlfußballerin und Bundesligaspielerin, kommt schon in der Oberliga zum Einsatz. "Auch die Karriere der Deutschlandsbergerin Lena Hirtl zeigt steil nach oben“, ist Roschitz stolz auf die Entwicklung bei den steirischen Schiedsrichterinnen. Leider hat Gottfried Schuiki, Ex-Bundesliga-Schiri, am letzten Wochenende seine Karriere nach 25 Jahren endgültig „abgepfiffen“. Die Familie geht bei ihm ab sofort vor. Die Insultierungen der Kollegen in Ragnitz und St. Anna/A. hätten ihm nach eigenen Worten die Entscheidung erleichtert.

Turniersieg für Grazer Staffel

Das Staffelturnier der steirischen Schiedsrichter in Frauental wurde eine Beute der Staffel Graz. Die Grazer gewannen zum dritten Mal und können den Wanderpokal endgültig im Vereinslokal in die Vitrine stellen. Zweiter wurde die Staffel Süd, am dritten Platz landeten die Pfeifenmänner aus dem Gebiet Mürz. Martin Hartner (Gebiet West) war stärkster Torwart und die Torjägerkrone teilten sich Zvonimir Mestrovic (Süd) und Vedat Emso (Graz).

von Franz Krainer
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