28.11.2016, 10:34 Uhr

Dramatik pur beim Tischtennis-Landesliga-Schlager

Kevin Kronawetter holte wie Kollege Michael Rothschädl einen Sieg im Einzel für Deutschlandsberg. (Foto: Franz Krainer)

Was für ein Spiel: In Groß St. Florian zeigte Deutschlandsberg großes Tischtennis, musste gegen Übelbach erst ganz spät den Ausgleich hinnehmen.

Mehr als 100 Zuschauer waren beim Gastspiel des TTC Deutschlandsberg in der Florianihalle in Groß St. Florian, selbst DSC-Obmann Klaus Suppan und Peter Nebel vom TuS gaben sich die Ehre. Sie sahen einen denkwürdigen Abend und Dramatik bis zum letzten Ballwechsel. Tischtennis kann begeistern und sowohl die starken Übelbacher als auch die Deutschlandsberger zeigten die Attraktivität einer Sportart auf, die leider viel zu oft nur vor einer Handvoll Zuschauern ausgetragen wird - absolut zu Unrecht, wie der Abend in der Florianihalle zeigte. Übelbach mit Österreichs Top-12-Ranglistenspielerin Lisa Storer, Routinier Peter Trutnovsky und Mirnes Korugic wollten gegen die sehr stark in die Landesliga gestarteten Hausherren unbedingt den Auswärtssieg, dazu hatte Deutschlandsbergs Spielertrainer Marinko Grbic Probleme mit der Schulter. So ging gleich zu Beginn das Doppel mit 2:3 verloren. Dann allerdings zeigten die Deutschlandsberger, warum sie sportlich in Tuchfühlung mit der Landesliga-Spitze sind: Grbic, der in dieser Saison immer stärker werdende Kevin Kronawetter und Michael Rothschädl zogen auf 3:1, dann 4:2 davon, führten vor dem letzten Einzel mit 5:4.

Ausgleich im letzten Spiel

In einem denkwürdigen Showdown musste die letzte Partie zwischen Storer und Rothschädl über den Sieg entscheiden: Österreichische Spitzenklasse gegen Einsatz und Bereitschaft, um jeden noch so aussichtslosen Ball zu kämpfen, prägte dieses Spiel. Nach zwei Sätzen stand es 1:1, letztlich musste sich Rotschädl trotz großartiger Unterstützung durch das Florianer Publikum mit 1:3 geschlagen geben, wobei vor allem der dritte Satz heiß umkämpft und unglaublich spannend war. Das 5:5 entspricht den gezeigten Leistungen. Auffallend ist auch, dass in der Landesliga mit psychologischen Tricks und Mätzchen gearbeitet wird: Schiedsrichter Robert Benedict musste einige Male schlichtend eingreifen, denn sowohl Deutschlandsbergs Grbic als auch Übelbachs Trudnovsky verstehen es ausgezeichnet, dem Gegner auch zwischen den Ballwechseln gehörig auf die Nerven zu gehen. Es war eine außergewöhnliche Sportshow, dem Publikum hat es gefallen und die Leistungen der Spieler „machen Lust auf mehr“, wie es ein Besucher nach dem überzeugenden Abend treffend ausdrückte. Das war nicht nur großer Sport, das war Werbung für Tischtennis, darüber waren sich alle einig.

von Franz Krainer
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