28.11.2016, 18:48 Uhr

Herbst-Erntegespräch beim „Maisgipfel“ in Groß St. Florian und Lannach

GF Johann Posch freute sich neben hochkarätigen Referenten auch LK Präsident Franz Titschenbacher begrüßen zu dürfen

Trotz vieler Hagelschäden und extremer Spätfröste ein gutes Maisjahr!

Alljährlich findet der sogenannte Maisgipfel in der Steiermark statt.Vertreter der Landeskammer, der Wirtschaftskammer, der Agrarmarkt Austria, des Landwirtschaftsministeriums und der Genossenschaften, sowie vom Handel trafen sich, um die Entwicklung rund um die Herbstkulturen zu diskutieren.
Das Treffen und auch das Programm führte in die Weststeiermark und wurde von der Landeskammer Arno Mayer und von der RWA AG Lannach GF Johann Posch organisiert.
Nach der Begrüßung im Feuerwehrmuseum Groß St. Florian durch Vizepräsidentin Maria Pein präsentierte Raimund Kratochwill von der ÖBB Infrastruktur AG den aktuellen Stand der neuen Koralmbahn. Eine rege Diskussion wurde dabei über die kommenden logistischen Herausforderungen in der Landwirtschaft geführt.
Anschließend konnten die Teilnehmer die neue Düngermittel Mischanlage am Lagerhaus Standort Groß St. Florian besichtigen. Obmann Christian Konrad und GF Stv. Johann Dorner freuten sich über den Besuch und wiesen auf den Ausbau und die Bedeutung des regionalen Lagerhaus Standortes hin. Vor der gemeinsamen Sitzung in Lannach wurde noch eine Maisdiskussion am Mais-Versuchsfeld „Die Saat“ von Johann Wieser in Gussendorf, geführt.

Regionaler Maisanbau im Mittelpunkt

LK-Präsident Franz Titschenbacher und der Vorsitzende des AMA Verwaltungsrates Präsident Franz Stefan Hautzinger eröffneten die Besprechung in Lannach und sprachen von der besonderen regionalen Bedeutung des Maisanbaues in der Steiermark. Die aktuellen pflanzenbaulichen Aspekte wurden unter der Diskussionsleitung von Dr. Karl Mayer und GF Johann Posch durchleuchtet. Dabei kam auch die Diskussion rund um den Maiswurzelbohrer nicht zu kurz. Die Maiswurzelbohrerschäden sind zwar 2016 aufgetreten, allerdings nur auf Einzelschlägen. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie etwa die Biologie des Schädlings, ein früher Anbau, die verstärkte Fruchtfolge, der Einsatz von Granulaten aber auch die Käferbekämpfung während der Maisblüte. Zusätzlich wurde festgestellt, dass die fehlende Frostgare der letzten Jahre auf schweren Böden und die verstärkten Niederschläge das Wurzelwachstum reduzieren, welches sich negativ auf die Ertragssituation auswirken kann.

Niederer Körnermaispreis

Der niedrige Preis für Körnermais basiert auf einer aktuellen weltweiten Überversorgung. Dabei wurde über die deutlich gestiegenen Produktionszahlen, insbesondere über jene in den USA (Produktion 382 Millionen Tonnen – ein plus von 37 Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr), Südamerika und Osteuropa seitens der Agrarmarkt Austria AMA von Christian Gessl berichtet.

Die katastrophale Erntesituation in Frankreich (minus 5,8%) und die mittelmäßigen Maiserträge in Deutschland, haben sich hier nicht auch auf die Preisbildung ausgewirkt. Ganz im Gegenteil, die hohen Lagerstände – weltweit 207 Millionen Tonnen, ein plus von 7 Millionen Tonnen – haben besonders in Mitteleuropa einen Preisdruck aufgebaut. LKR Gottfried Loibner aus dem Sulmtal brachte einen Überblick über die Ernteergebnisse weiterer Kulturen. Besonders überzeugt haben dieses Jahr die Sojabohnen und der Ölkürbis. Das Getreide war aufgrund des niedrigen Hektoliter Gewichtes eher mittelmäßig. An die Adresse von Monika Stangl vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft und Umwelt wurde die Thematik bzw. Botschaft der zunehmend fehlenden Pflanzenschutzmittel und Wirkstoffen bei vielen Kulturen gestellt, eine Überprüfung wurde zugesagt.
Präsidenten Franz Titschenbacher gilt ein großer Dank für die rege Diskussion, sowie unzähligen Anregungen. GF Johann Posch lud abschließend zu einem gemeinsamen Mittagessen in die Kantine der Saatgutstation Lannach (RWA) ein.

Text und Foto(s): Josef Strohmeier
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