07.02.2018, 12:00 Uhr

So kam es zur Schließung des PPC-Werks in Frauental

Kein Verkauf, keine Fortführung: Das PPC-Werk in der Porzellanfabrik Frauenthal wird heuer geschlossen.

In Schreiben, welche der WOCHE vorliegen, informierte PPC das Werk in Frauental über das Aus. Die Gründe dafür sind Spekulation.

Der 29. Jänner besiegelte endgültig das Ende des PPC-Werks in der Porzellanfabrik Frauenthal, um das seit Monaten gekämpft wurde. In einem Schreiben, das der WOCHE vorliegt, verkündete das PPC-Management, dass „verschiedene Optionen geprüft und bewertet wurden“, sich aber keine als „zukunftsfähig“ herausgestellt hat. Dabei stellt das Frauentaler Werk laut eigener Aussage Keramikprodukte und eine Qualität her, wie sonst keine Porzellanmanufaktur auf der Welt.

Potenzielle Käufer abgelehnt

Die ersten dunklen Wolken über dem Werk zogen schon 2016 auf. Trotz Einsparungen über 1,6 Millionen Euro kam im April 2017 die Ankündigung, dass die Eigentümergruppe das Werk schließen will. In Frauental wollte man das so nicht hinnehmen: Man holte österreichische Großkunden ins Boot, verhandelte den Sozialplan für die Beschäftigten neu und plante weitere Umstrukturierungen. Die Betriebsratsvorsitzenden Fritz Kainz und Günter Steinbauer hätten darauf aber nur „spärliche Antworten“ bekommen. Die Absicht, das Frauentaler Werk zu schließen, können sie bis heute nicht verstehen. „Sie sagen immer, wir sind zu teuer. Wir haben aber nachweislich von den letzten zehn Jahren acht mit schwarzen Zahlen abgeschlossen“, so Steinbauer. Verkaufen wollte Eigentümer Triton das Werk aber auch nicht. Ein österreichisches Unternehmen gab im November ein Angebot zur Übernahme von sechs PPC-Werken weltweit ab. Am 22. Dezember war das laut PPC vom Tisch, da die „ursprünglichen Voraussetzungen nicht erfüllt werden konnten“. Jener Unternehmer verhandelte aber mit zwei anderen österreichischen Investoren noch um den Standort Frauental. „Wir können nicht sagen, woran es gescheitert ist“, so Kainz. Später stellte sich heraus, dass die potenziellen Käufer keine Antworten mehr von Triton bekamen.

Schließung im Jänner

Im Jänner gab es kurz wieder die Hoffnung, dass PPC mit Einsparungen doch am Standort Frauental weitermachen könnte. „Sie wollten Geld aus der Arbeitsstiftung selbst behalten“, erzählt Steinbauer. „Wir machten den Gegenvorschlag, dieses in den Standort zu investieren.“ Daraufhin gab es keine Rückmeldung, zwei Wochen später kam das Schreiben mit der endgültigen Schließung.

Betriebsräte wollen helfen

Warum das Werk nun wirklich geschlossen wird, ist Spekulation. „Das ist eine marktstrategische Entscheidung, die wir aber nicht wissen“, meint Kainz. Eine Fortführung des Standorts hätte sich laut ihm und Steinbauer wirtschaftlich gerechnet. Das legten sie dem Eigentümer Triton auch in einer eigenen Situationsanalyse vor, die von Teilen der Belegschaft unterschrieben wurde. Die Stimmung im Betrieb ist natürlich am Tiefpunkt, manche sind aber froh, dass jetzt zumindest eine Entscheidung gefallen ist. Jetzt geht es um Schließungsdatum, das von PPC noch nicht fixiert wurde. Hier kommen noch einmal die Betriebsräte ins Spiel, die schon im letzten Jahr an die Eigentümer ausrichteten: „Wir werden die Leut solange vertreten, wie sie im Betrieb beschäftigt sind“, so Steinbauer. Ein Treffen mit den Gewerkschaften und Soziallandesrätin Doris Kampus sowie eine Betriebsversammlung sind geplant, um den rund 100 Betroffenen rasch neue Möglichkeiten anzubieten.
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