Cobenzl: Martin Rohla als neuer Betreiber vorgestellt

Im Zuge der Zwischennutzung gab es heuer am Schloss Cobenzl viele Pop-Up-Events, Picknicks und kulturelle Veranstaltungen.
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  • Im Zuge der Zwischennutzung gab es heuer am Schloss Cobenzl viele Pop-Up-Events, Picknicks und kulturelle Veranstaltungen.
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WIEN. Mit Superlativen und blumigen Beschreibungen wurde nicht gespart bei der Präsentation des Siegerprojekts für das neue Schloss Cobenzl. "Ein singulärer Ort" sei es, so Martin Rohla, der mit seinem Unternehmen Goodshares den Kopf der Gruppe um die Gewinner "Weitsicht Cobenzl" darstellt. "Du schwebst über Wien" preist Rohla den Ausblick und das Ambiente soll weiterhin spürbar bleiben, auch wenn der Cobenzl "wachgeküsst werden will".

Goodshares ist ein Investmentunternehmen für nachhaltige oder soziale Projekte, das auf dem Gastronomiesektor schon auf die Erfolge Habibi & Hawara - ein syrisch-österreichisches Restaurant in der Wipplingerstraße, in dem Flüchtlinge arbeiten - und die vegane Burgerkette Swing Kitchen verweisen kann. Partner für das Projekt Cobenzl sind außerdem Gert Kunze vom Café Eiles, der den Kaffeehausbetrieb übernehmen wird, Christiane Bertolini, die als Geschäftsführerin fungiert und durch ihre Initiative DNA Das Neue Arbeiten bereits Erfahrung im Bereich Coworking und multifunktionale Nutzung hat. Diese Dinge sollen auch am Cobenzl stattfinden: Coworking-Spaces für Kreative sind ebenso vorgesehen wie Kongresse, Pop-Up-Restaurants und kulturelle Veranstaltungen. Mehr zum neuen Nutzungskonzept gibt es auf der Website.

Bei Tag arbeiten, in der Nacht feiern

Der Raum wird aber nicht nur von den Eigentümern bespielt, sondern kann auch für Feste, Hochzeiten etc. gebucht werden. Bis zu 1.500 Gäste sollen am Cobenzl zusammenkommen sollen. Eine enge Zusammenarbeit ist mit dem benachbarten Weingut Cobenzl vorgesehen - die Weine von dort sollen die erste Wahl sein, für alles andere soll "heftiges Stoppelgeld" verlangt werden.

Mit Zahlen wurde bei der heutigen Präsentation eher sparsam umgegangen - weder erfuhr man, mit wie viel Geld der Neu- und Umbau veranschlagt wurde, noch wie hoch die Pachtsumme wird. Die genaue Investitionssumme kenne man erst dann, wenn das Ergebnis des Architekturwettbewerbs vorliege, und davon wiederum werde man die genaue Höhe der Pacht abhängig machen, hieß es. Und Schätzungen will niemand bekanntgeben: "Sie sind ja dann die Ersten, die es uns vorwerfen, wenn wir die Kosten überschreiten", begründet Stadträtin Ulli Sima für die anwesenden Journalisten.

Pavillon könnte Neubau weichen

Eine Zahl aber ist fix: 2,30 Euro werde der kleine Braune kosten, sagt Cafetier Gert Kunze, "das kostet er im Café Eiles und das wird auch oben so sein." Ihm sei es sehr wichtig, dass das Café auch wirklich 365 Tage im Jahr geöffnet hat, und auch über den ganzen Tag: "Ich will nicht, dass die Leute überlegen müssen, ob im Oktober eh noch offen ist oder sie erst ab 11 Uhr kommen können." Eine Anlaufstelle für Ausflügler in Altwiener Tradition soll es werden, mit Mehlspeisen und Kaffeehausklassikern wie Schnitzel auf der Karte.

Bis der Cobenzl neu seine Pforten öffnet, wird es aber noch eine Zeitlang dauern: Ab Jänner wird ein Architekturwettbewerb unter dem Vorsitz von Albert Wimmer durchgeführt. Dieser  will, dass die Bausubstanz des Schlosses weitgehend erhalten bleibt - wie weit das möglich sein wird, ist aber noch ungewiss. Wimmer wünscht sich außerdem einen neuen, Aufsehen erregenden Eingangsbereich dort, wo derzeit das Café-Pavillon steht. Einen Abriss will er aber nicht vorschreiben. Ein Siegerprojekt wird voraussichtlich im Sommer 2018 gekürt, Baubeginn wird 2019 sein. 

Die Zwischennutzung, die bereits seit dem Sommer unter dem Titel Luftschloss Cobenzl läuft, soll bis dahin und auch während des Umbaus weitergeführt werden. "Wir wollen, dass man am Cobenzl durchgehend einen Ort vorfindet, an dem man Kaffeetrinken kann", so Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Die nächste Veranstaltung ist übrigens das Winterfestival von 7. bis 10. Dezember.

Im Zuge der Zwischennutzung gab es heuer am Schloss Cobenzl viele Pop-Up-Events, Picknicks und kulturelle Veranstaltungen.
Bei der Präsentation des Gewinnerprojektes: Der neue Cobenzl-Betreiber Martin Rohla, Stadträtin Ulli Sima und Juryvorsitzender Albert Wimmer (v.l.).

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