Das Urteil ist da: Die Vienna muss doch absteigen

Trauer auf der Hohen Warte: Das Publikum bekommt ab sofort Spiele der 2. Landesliga zu sehen.
  • Trauer auf der Hohen Warte: Das Publikum bekommt ab sofort Spiele der 2. Landesliga zu sehen.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Christine Bazalka

DÖBLING. Schlechte Nachrichten für die Vienna-Fans: Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat den ältesten österreichischen Fußballverein zum Abstieg aus der Regionalliga verurteilt. Damit bestätigt er die Einschätzung des Bezirksgerichts Leopoldstadt.

Die rechtliche Situation ist einigermaßen komplex, sagt Vienna-Geschäftsführer Gerhard Krisch. Die einstweilige Verfügung gegen den Abstieg sei zwar aufgehoben worden, das Hauptverfahren laufe aber noch. Wichtig sei aber: "Wir wollen den Rechtsstreit jetzt beilegen und werden in die 2. Landesliga gehen." 

Der Abstieg sei auf jeden Fall eine bittere Pille und verschärfe die wirtschaftliche Situation des Klubs wesentlich, sagt Krisch. Im Rahmen einer außerordentlichen Präsidiumssitzung sollen die genauen Auswirkungen diskutiert werden. Die Vienna steigt nicht in die nächstniedrigere - die Wiener Landesliga - ab, weil das während der laufenden Saison nicht möglich wäre. Stattdessen nimmt sie den Platz ihrer Amateure ein, die in der 2. Landesliga kicken.

Was Krisch aber wichtig ist: Sowohl Spieler als auch Sponsoren und Partner hätten von der Möglichkeit des Abstiegs gewusst. Erst vor kurzem konnte Uniqa als neuer Hauptsponsor gewonnen werden - und werde weiter an Bord bleiben. Auch die Spieler setzen ihre Tätigkeit alle fort. "Jetzt heißt es professionell weiterarbeiten und sich an unseren mittel- und langfristigen Zielen zu orientieren, um so den Erfolg wieder zurück auf die Hohe Warte zu bringen", so Krisch.

Die Rückzahlungen der aus dem Insolvenzverfahren gebliebenen Schulden sieht Krisch aber zumindest nicht gefährdet. Trotzdem werde es schwer, den Betrieb mit zwei Spielstätten und 300 Kindern in den Nachwuchsmannschaften aufrecht zu erhalten. Ein weiteres Problem ist der Verlust des Platzes in der 2. Landesliga für die Amateurmannschaft, die nun natürlich ebenfalls an Attraktivität verliert.

Zwangsabstieg nach ÖFB-Regelwerk

Zum Hintergrund: Nach dem Wegfall des alten Hauptsponsors Care Energy musste der First Vienna FC 1894 ja im Frühjahr Insolvenz anmelden. Und insolvente Vereine müssen für die jeweils nächste Saison einen Zwangsabstieg in die darunter liegende Liga hinnehmen, so will es das Regelwerk des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB). „Die Bestimmung ist wichtig, damit unter allen Vereinen der Regionalliga Chancengleichheit herrscht", heißt es dazu vom ÖFB. Sonst könnten Vereine, so die Überlegung, sich finanziell überstrecken, damit Erfolge und einen Aufstieg einfahren und sich dann im Insolvenzverfahren sanieren - ohne Konsequenzen. 

Die Vienna hatte gegen ihren Zwangsabstieg allerdings eine einstweilige Verfügung erwirkt - ein Abstieg würde den Verein schlechter stellen, was im Insolvenzverfahren nicht vorgesehen sei, so die Argumentation. Doch die Verfügung hielt vor dem Bezirksgericht nicht, und diese Einschätzung wurde vom OGH nun bestätigt. 

Hintergrund:

Geschäftsführer Krisch im Interview Vienna könnte in Regionalliga bleiben

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen