"Einen Wahlkampf brauche ich nicht"

Daniel Resch (34) ist der derzeit jüngste Bezirksvorsteher Wiens. 2018 bewegte ihn vor allem der Rücktritt Adi Tillers.
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  • hochgeladen von Lisa Kiesenhofer

2018 ist vorbei. Für den Bezirksvorsteher war neben Tillers Pension das Parkpickerl ein emotionales Thema.

DÖBLING. Resümée nach zwei Monaten als Bezirksvorsteher: Wir haben mit Daniel Resch über den Öffi-Ausbau, Adi Tiller und die kleinen Dinge, die ihm Freude bereiten, gesprochen.

Sie sind jetzt zwei Monate im Amt: Haben Sie sich schon gut eingelebt?
Mir macht die Arbeit viel Freude. Ich glaube, den Job kann man auch nur machen, wenn einem so etwas Spaß macht. Von meinem Vorgänger Adi Tiller wurde ich auf die Arbeit auch bestens vorbereitet. Ich weiß, was der Job an Herausforderungen mit sich bringt – man ist eben 24 Stunden/sieben Tage die Woche Bezirksvorsteher.

Wie haben Sie das Jahr 2018 in Döbling wahrgenommen?
Das vergangene Jahr war vor allem politisch sehr interessant. Das Jahr war stark geprägt vom beruflichen Abschied Adi Tillers. Man darf auch nicht vergessen, dass er schon sechs Jahre im Amt war, als ich auf die Welt gekommen bin – das ist schon etwas Einzigartiges. Ein riesiges Thema war auch die Parkraumbewirtschaftung, wo heuer die Entscheidung für das Pickerl gefallen ist.

Das war auch ein Thema, dass die Döblinger bewegte.

Mir ist einfach wichtig, dass die Döblinger wissen, dass der Bezirk in guten Händen ist. 50 Prozent wollten das Parkpickerl, 50 Prozent nicht – aber 100 Prozent haben sich nicht ausgekannt. Eine Entscheidung musste also her. Auch das Thema Öffi-Ausbau ist für die Bewohner ein sehr emotionales. Um umweltbewusster zu leben, braucht es natürlich auch das nötige Angebot und dieses fehlt derzeit. Vor allem, wenn man sich die Querverbindung nach Währing anschaut. Ich bin bereits im Gespräch mit den Kolleginnen aus den Nachbarbezirken.

Im Großen kann man also viel verändern?
Aber auch im Kleinen. Oft muss man nur an kleinen Rädern drehen, damit es den Leuten besser geht. Eine Dame hat sich bei mir beschwert, dass ihr Invalidenstehplatz immer verparkt ist. Gleich darauf habe ich eine Bodenmarkierung veranlasst. Es stimmt mich glücklich, wenn ich am Ende des Tages nach Hause gehe und jemandem sofort geholfen wurde. Das Feedback aus der Bevölkerung ist eine große Motivation für mich.

Welche Projekte lagen Ihnen 2018 besonders am Herzen?
Die Grundsteinsetzung des historischen Casinos Zögernitz und die Wiedereröffnung der Burg am Leopoldsberg waren zwei der vielen Highlights.

Was war für Sie der traurigste Moment 2018?
Der sowohl traurigste als auch schönste Moment war für mich die Bezirksvertretungs-sitzung am 31. Oktober, als Adi Tiller sein Amt zurücklegte. Als er das Podium verließ und sich ins Publikum neben seine Frau gesetzt hat, erntete er minutenlangen Applaus und Standing Ovations. Und ich wusste im gleichen Moment: Jetzt bist du dran. Ich habe danach mit voller Demut seinen Platz eingenommen. So einen Moment sieht man natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge – ein prägender Moment.

Befinden Sie sich schon im Wahlkampf?
Ich weiß, was die Döblinger brauchen, dafür setze ich mich ein. Dazu brauche ich keinen Wahlkampf.

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