Höhenstraße: Endspurt im Zwist um ein holpriges Denkmal

DÖBLING/HERNALS. Bis 2010 stand die knapp 14 Kilometer lange Höhenstraße unter Denkmalschutz. Seither wird verhandelt. Und verhandelt. Das geschichtsträchtige Kopfsteinpflaster müsse unbedingt erhalten bleiben, heißt es dazu vom Bundesdenkmalamt. "Viel zu teuer", sagt die Stadt Wien dazu.

Auf rund 30 Millionen Euro schätzt man die Kosten für die Sanierung des elf Kilometer langen Kopfsteinpflasterabschnittes. Dazu kommen Instandhaltungskosten von jährlich rund 180.000 Euro. Eine vollständige Asphaltierung würde sich auf nur 20 Millionen Euro belaufen – mit wesentlich geringeren Kosten für die Erhaltung der Straße. Der Kostenfaktor allein könne hier aber nicht entscheiden, so Gerd Pichler vom Bundesdenkmalamt. "Die Oberfläche ist für die Erscheinung wichtig", sagt er und verweist auf die geschichtliche und kulturelle Bedeutung der Höhenstraße.

"Berechtigte Kritik"

Im Streit der beiden Parteien ist nun das Bundesverwaltungsgericht am Zug. Im Mai 2016 wurde allerdings das Verfahren auf Eis gelegt, weil die Straße neu vermessen werden müsse. Die Auswertung der Vermessung sei derzeit in vollem Gange, so Pichler. In ein bis zwei Monaten rechnet man mit einem Ergebnis. Dabei geht es vor allem um die Frage "Was ist Teil dieser Denkmalanlage – und was nicht?", also ob Brücken, Haltestellen, angrenzende Böschungen und dergleichen als zur Anlage gehörig definiert werden. Die Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichtes, die Straße neu vermessen zu lassen, sei durchaus richtig und eine berechtigte Kritik, erklärt Pichler. Erst, wenn der genaue Rahmen festgelegt wird, könne das weitere Vorgehen diskutiert werden.

Der von der Straßenbauabteilung vorgeschlagene Kompromiss, die Straße größtenteils zu asphaltieren und nur drei Kilometer des Kopfsteinpflasters zu erhalten, stellt für Pichler keine annehmbare Lösung dar. "Das ist definitiv zu kurz. Wir versuchen derzeit, einen Abschnitt zu definieren, der die Vielfalt der Höhenstraße auch angemessen repräsentiert", erklärt Pichler. Derzeit sei man dazu weiterhin mit der Stadt Wien im Gespräch.

Kompromiss gesucht

"Der Ball liegt derzeit beim Bundesdenkmalamt", heißt es von der MA 28 – Straßenbau und Straßenverwaltung. Die jüngste Sanierung der Höhenstraße habe im Jahr 2011 stattgefunden. Zunächst seien derzeit einmal keine weiteren Sanierungen geplant. Auch eine Sperre der Höhenstraße drohe zurzeit sicher nicht. Sollte sich der Zustand der Straße jedoch weiter verschlechtern und sich das Gefahrenpotenzial auf gewissen Streckenabschnitten weiter erhöhen, werde man über eine Sperre nachdenken müssen, heißt es von der Abteilung. Auf den letzten Metern zu einer möglichen Entscheidung sei man nun bemüht darum, keine politische Debatte zu eröffnen und auf etwaiges Anstacheln zu verzichten, so Pichler vom Bundesdenkmalamt.

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