Bahnhofslärm
Keine ruhige Nacht in Heiligenstadt

Egal ob in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden: S45 und Güterzüge liefern sich in Heiligenstadt ein Lärmduell.
  • Egal ob in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden: S45 und Güterzüge liefern sich in Heiligenstadt ein Lärmduell.
  • Foto: Kiesenhofer
  • hochgeladen von Lisa Kiesenhofer

Seit Jahren leiden die Bewohner der Eisenbahnstraße am Lärm. Wann kommt endlich eine Wand?

DÖBLING. Dass Wohnen neben einem Bahnhof in den meisten Fällen viel Lärm mit sich bringt, ist kein Geheimnis. Obwohl die Geräuschkulisse neben dem Verkehrsknotenpunkt Heiligenstadt für sich spricht, gibt es in der angrenzenden Eisenbahnstraße noch immer keine Lärmschutzmaßnahmen. Sehr zum Ärger der umliegenden Bewohner.

"Seit fast drei Jahren setze ich mich bereits dafür ein, dass endlich etwas passiert", erklärt Anrainerin Michaela Kostrawa. "Der Lärm ist vor allem in der Nacht so unerträglich, dass ich nur mit Ohrstöpsel schlafen kann." Vor zwei Jahren hieß es noch, der Bau einer Lärmschutzwand beginnt 2019, spätestens 2020. Erst vor wenigen Monaten vertrösteten die ÖBB die Bewohner der Eisenbahngasse wieder: Ein Bau sei frühestens 2023 möglich.

Güterzüge und S45

Derzeit sieht die Situation für Michaela Kostrawa und ihre Nachbarn so aus: Der letzte Zug fährt um 0.15 Uhr. Bereits um 4.14 Uhr fängt das Geratter wieder an – und das im Dreiminutentakt, auch am Wochenende. In Summe haben die Anrainer den ganzen Tag also vier Stunden Ruhe.
Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte die jährlich durchschnittliche Lärmbelastung außerhalb der eigenen vier Wände unter 40 Dezibel betragen, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Auch in Heiligenstadt stellten die ÖBB bereits fest, dass "im Zeitbereich Nacht (22 bis 6 Uhr) Grenzüberschreitungen auftreten." Und das Problem ist kein Neues. Auch Anrainer Edgar Herovits kennt die Lärmprobleme. "Meine Großmutter hat vorher in dieser Wohnung gewohnt. Damals in den 80ern hat sie das Zimmer mit Fenster zu den Gleisen nicht einmal benutzt," erzählt der Musiker.

Wand in Planung

Auf Nachfrage bei den ÖBB heißt es, die Gespräche mit der Stadt laufen und eine Entscheidung soll noch heuer getroffen werden. "Sobald die Finanzierung fix ist, steht einer Lärmschutzwand nichts mehr im Weg", erklärt Daniel Pinka von den ÖBB.

Auch die Stadt Wien weiß über den Fall in der Eisenbahngasse Bescheid. "Das Projekt ist in der Pipeline", heißt es. Weil die Unterschriften der Vertragspartner Stadt und Bund noch fehlen, kann kein Datum für einen Baubeginn genannt werden. "Fix ist aber, dass zwischen dem Bahnhof Heiligenstadt und der Stadtgrenze punktuell 1,5 Kilometer Wand kommen – auf Höhe der Eisenbahnstraße 17 werden es 350 Meter", so die Stadt Wien. "Es handelt sich nur mehr um Formalitäten." Auch im Bezirk hat man nichts gegen eine Wand. "Wir sind zwar leider nicht zuständig, unterstützen aber alle Bemühungen", erklärt Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP).

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen