Tempo 30: Was im 19ten geplant ist

Vivi und Romeo Seiler haben einen gefährlichen Schulweg.
  • Vivi und Romeo Seiler haben einen gefährlichen Schulweg.
  • Foto: Klinger
  • hochgeladen von Thomas Netopilik

Um die Verkehrssicherheit in Wien weiter zu erhöhen will die rot-grüne Koalition Optionen für Tempo-30-Zonen prüfen. Die bz hat nachrecherchiert, was das für den Bezirk bedeuten könnte.

(bar/tk). Mehr Ruhe, mehr Sicherheit oder eine Schikane für Autofahrer: Die Einrichtung von Tempo-30-Zonen ist für den Bezirk immer ein heikles Thema. In dem Koalitionsübereinkommen hat sich die Stadtregierung auf eine Überprüfung der Möglichkeiten zum Ausbau von 30er-Zonen geeinigt: „Grundsätzlich dienen diese der Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Lebensqualität, der Schweregrad der Verletzungen sinkt bei geringerer Geschwindigkeit deutlich“, argumentiert Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne).

Durch die lockere Bebauung am Rande Döblings sind Tempo-30-Zonen nicht gerade gang und gäbe. „30 km/h-Beschränkungen sind in einem eingeschränkten Gebiet sinnvoll, wenn dadurch die Sicherheit vornehmlich für Fußgänger wesentlich verbessert wird“, erklärt Bezirkschef Adi Tiller. Sein Augenmerk richtet sich dabei vor allem auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Im Grätzel Gatterburggasse, Kreindlgasse, Pyrkergasse befinden sich ein Kindergarten, eine Volksschule und eine Mittelschule. Durch zusätzliche Aufdoppelungen bei Zebrastreifen heißt es ohnehin Weg vom Gas.
Was laut Tiller bald umgesetzt wird, ist eine flächendeckende 30er-Zone in dem im 19. Bezirk gelegenen Cottageviertel. Eine Anrainer-Initiative macht sich dafür stark – auch der 18. Bezirk wird mitziehen.

In der Sieveringer Straße gibt es Handlungsbedarf
Von der S45-Station Oberdöbling bis zur Neulandschule bei der Grinzinger Allee ist es ein weiter Weg. Auch für die Gymnasiastin Vivi Seiler und ihren kleinen Bruder Romeo, der dort den Kindergarten besucht. Die bei Autofahrern verhasste Kreuzung Obkirchergasse mit der Sieveringer Straße markiert eigentlich den Beginn einer Tempo-30-Zone, zu der auch die Daringergasse gehört. Allerdings geht es dort um nichts Besseres zu als bei der Sieveringer Straße. Der Vater der beiden Kinder, Reinhard Seiler fordert eine strengere Kontrolle durch die Polizei: „Trotz Tempo 30 rasen immer wieder Fahrzeuge mit Vollgas vorbei an den Kindern auf dem Schulweg. Und da die Fahrbahn dort ziemlich schmal ist, kann es leicht zu einer frontalen Kollision kommen“. Nicht auszudenken, wenn dann gerade die Mädchen und Buben von der Schule wieder nach Hause gehen.

Experten sehen ebenfalls eine Erhöhung der Verkehrssicherheit durch die Einführung: „Eine unserer Studien zeigt, dass österreichweit Tempolimit 30 statt 50 im Ortsgebiet die Zahl der tödlichen Unfälle um etwa ein Viertel verringern würde“, argumentiert Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Martin Hoffer, Jurist des ÖAMTC, sieht dies jedoch zurückhaltender: „Da in den 30er-Zonen derzeit automatisch die Vorrangschilder abgenommen werden, steigert man damit das Risiko für Unfälle mit Blechschaden.“ Der Experte warnt aber vor einer allzu emotionalen Debatte: „Dabei handelt es sich um eine Glaubensdiskussion. Das Für und Wider ist für jede Situation abzuwägen.“

Autor:

Thomas Netopilik aus Alsergrund

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