Zehn Jahre Dornröschenschlaf - wann öffnet die Burg am Leopoldsberg?

Am schweren Holztor der Burganlage am Leopoldsberg hängt ein Schild. "Betreten der Baustelle verboten" ist darauf, neben einigen Unmutsäußerungen der Besucher, seit 10 Jahren zu lesen.
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  • Am schweren Holztor der Burganlage am Leopoldsberg hängt ein Schild. "Betreten der Baustelle verboten" ist darauf, neben einigen Unmutsäußerungen der Besucher, seit 10 Jahren zu lesen.
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DÖBLING. Der Ausblick ist ein Traum. Von allen Seiten des Leopoldsberges schaut man über grüne Hügel oder auf die drunterliegende Stadt. Doch an dem großen, schweren Tor, das in 700 Jahre alte Gemäuer führt, hängt ein Schild: "Betreten der Baustelle verboten" steht da.
Zuletzt betrieb ein Gastronom das Ausflugsrestaurant „Burg Leopoldsberg“ in einem der Bauwerke. Das Gasthaus musste mangels geeigneter Infrastruktur 2007 schließen. Dass damit ein jahrelanger "Dornröschenschlaf" beginnen würde, hätte damals niemand gedacht. Die Tore der Burg am Leopoldsberg sind - seit zehn Jahren - verschlossen, die Fenster verriegelt, mit Brettern vernagelt und der Putz bröckelt von den Außenwänden des herrschaftlichen Gemäuers. Innerhalb der Anlage befindet sich die Kirche am Leopoldsberg.

Die Kirche, gefangen in der Burg

Damals, 2007, ließ der Architekt Alexander Serda das schwere Holztor der Burg schließen. Er hatte die Burg vom Besitzer, dem Stift Klosterneuburg, gepachtet – auf eine Zeitraum von 100 Jahren. Die Burg wohlgemerkt, nicht die Kirche. Diese, so sieht es auch der Baurechtsvertrag vor, sollte unbeeinflusst von der Außenanlage für ihre Zwecke geöffnet sein. Im Gotteshaus sollten weiterhin Messen, Hochzeiten und Konzerte stattfinden. So die Vereinbarung. Doch die Kirche befindet sich innerhalb der Burganlage, und die Burganlage war und ist verschlossen.

Seit nahezu zehn Jahren. Seit zehn Jahren warten Wiener und Wien-Besucher darauf, dass die Burganlage wieder geöffnet wird. Seit zehn Jahren gibt es Versprechungen von Seiten des Eigentümers, des Stiftes Klosterneuburg.

Wird diesmal wirklich renoviert?

„Nun hat auch die Renovierung der Leopoldskirche begonnen“ ist in einer Aussendung des Stiftes zu lesen. Seit Juli steht das Fassadengerüst an der Kirche und bis Ende Oktober soll die Kirche renoviert sein, Ende des Jahres die ganze Anlage – zumindest soweit, dass ein Zugang zur Kirche wieder möglich ist.

„Geplant ist, dass die bestehenden Festsäle und Nebenräume saniert und für kirchliche Trauungen und Taufen zur Verfügung gestellt werden. Weiters sollen ein Archiv und drei Ausstellungsräume, von denen in einem die Geschichte des Leopoldsberg gezeigt wird, entstehen. Die Burganlage mit Barockgarten und Blick uber Wien wird nach Baufertigstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, so das Stift Klosterneuburg.
Fraglich ist, was tatsächlich mit Ende des Jahres zu erwarten sein wird. Denn mit der Umsetzung aktueller Renovierungspläne haben es die Verantwortlichen in den vergangenen Jahren nicht so genau genommen.

Konkreter Zeitplan nicht möglich

Von Seiten des Stiftes heißt es zu den Verzögerungen: "Die Einbindung in das bestehende Kanalnetz, ein Anschlusskanal von über einem Kilometer Länge den steilen Hang in das Kahlenbergerdorf abwärts, musste bewältigt werden. Erst nach Jahren wurde dies durch eine Ausweitung des Kanalnetzes der Stadt Wien und somit eine Verkürzung des Anschlussstuckes auf mehrere hundert Meter möglich. Da es immer wieder zu Einbrüchen und Vandalenakten kam, wurde das Gelände baulich abgesperrt und durch eine Security-Streife gesichert."

Keine Sanktionen möglich

Doch nun soll es soweit sein. Bis Ende des Jahres, so die neue hoffnungsvolle Ankündigung. Doch ob Serda das Bauvorhaben überhaupt weiter betreibt oder es jemals fertig wird, ist seine Sache. Sanktionsmöglichkeiten sind im Pachtvertrag nicht vorgesehen, auch wenn Serda die Besucher am Leopoldsberg noch weitere zehn Jahre vor verschlossenen Türen stehen lässt. Denn, "aufgrund des denkmalgeschützten Gebäudes und den eventuell auftauchenden archäologischen Funden ist eine konkrete Zeitplanung nicht durchführbar", so das Stift Klosterneuburg.

Autor:

Elisabeth Schwenter aus Penzing

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