UPDATE: First Vienna FC könnte nach Gerichtsentscheid in der Regionalliga bleiben

Trotz Insolvenzverfahren und sonstiger Turbulenzen beenden die Kicker der Vienna die laufende Saison stark.
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DÖBLING. Zumindest ein Teilerfolg für den krisengebeutelten First Vienna FC 1894: Die Anwälte des Vereins haben beim Bezirksgericht Leopoldstadt eine einstweilige Verfügung erwirkt, die besagt, dass ihnen am Ende der Saison kein Zwangsabstieg bevorsteht.

Aktuell befindet sich die Vienna ja im Insolvenzverfahren. Das Regelwerk des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) sieht vor, dass insolvente Klubs zwar die laufende Saison beenden dürfen, sich danach aber in der Liga darunter wiederfinden – egal, welchen Platz sie belegen. „Die Bestimmung ist wichtig, damit unter allen Vereinen der Regionalliga Chancengleichheit herrscht, Verhandlungsspielraum gibt es keinen", heißt es dazu vom ÖFB.

Eine Spitze kann man sich auch nicht verkneifen: "Der Anlassfall für die Einführung war bekanntlich die Causa Ritzing. Damals hat die Vienna als direkter Aufstiegskonkurrent ebendiese Chancengleichheit eingefordert und die Einführung dieser Bestimmung unterstützt.“ Der burgenländische Klub musste 2014 nicht absteigen, obwohl er insolvent war - die Lücke, die das möglich machte, wurde daraufhin geschlossen.

Die ÖFB-Regeln widersprechen, geht es nach der Vienna, aber der Insolvenzordnung: "Dort steht, dass man Unternehmen im Insolvenzverfahren nicht wirtschaftlich schlechter stellen soll", so Marketingleiter Thomas Loy. Bei einem Abstieg wäre das der Fall: "Wir finden weniger Sponsoren und müssten die Eintrittskarten billiger verkaufen." Eine Argumentation, der man beim Gericht folgen konnte.

Saisonende naht schnell

"Für die Vienna bedeutet ein Abstieg unwiederbringlichen Schaden, deshalb wurde die einstweilige Verfügung erlassen", sagt eine Sprecherin des Gerichts. Vorbei ist es damit aber noch nicht: Die betroffenen Landesverbände des ÖFB könnten einen Rekurs gegen die Entscheidung erheben. Ob sie das tun, wird derzeit geprüft. Aber selbst wenn die einstweilige Verfügung dann doch abgewiesen wird: Die Saison ist bis dahin aller Voraussicht nach vorbei.

Dasselbe gilt, sollte es zu einem Verfahren kommen: Bis das entschieden wäre, wäre wohl auch die nächste Saison schon abgeschlossen. Bei der Vienna macht sich ob der Entscheidung also vorsichtige Freude breit.

Crowdfunding-Ziel erreicht

Positive Neuigkeiten gibt es indes von der Crowdfunding-Kampagne, mit der der finanzschwache Verein in den letzten Wochen Geld unter seinen Fans gesammelt hat. Das Ziel von 35.000 Euro wurde vor Ablauf der Frist erreicht. 520 Fans spendeten und bekommen dafür Unkonkursbar-Shirts, „match worn“ oder neu, und weitere Goodies.

"Das Geld hilft uns sehr", sagt Loy. Er, die anderen Funktionäre und die Fans sehen mit Spannung dem 31. Mai entgegen. Mit diesem Termin ist das Insolvenzverfahren abgeschlossen und es entscheidet sich, ob der Klub wieder normal weitergeführt werden kann oder ob er in Konkurs geschickt wird. Für die ausstehenden Schulden muss bis dahin eine 30-prozentige Zahlungsquote erreicht werden. Auch in dieser Hinsicht ist Loy optimistisch. Es scheint also, als könnten die Vienna-Fans nach Monaten der Hiobsbotschaften wieder ein bisschen hoffnungsvoller in die Zukunft schauen. Jedoch von der Tribüne können sie ihrer Mannschaft noch immer nicht zujubeln, denn die bleibt wegen Baufälligkeit gesperrt.

Trotz Insolvenzverfahren und sonstiger Turbulenzen beenden die Kicker der Vienna die laufende Saison stark.
Auch im Stadion Hohe Warte gibt es derzeit Probleme: Die Tribüne darf - anders als auf diesem Archivbild der Fall - nicht betreten werden.
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