13.02.2018, 19:00 Uhr

Anrainer protestieren gegen geplanten Monsterbau

Bezirksvize Daniel Resch (ÖVP) wird die Baupläne in der Bauernfeldgasse 7-9 mit strengem Auge beobachten.

Anwohner schlagen Alarm: Wohnblocks in der Bauernfeldgasse 7-9 sollen um eineinhalb Stöcke erhöht werden.

DÖBLING. Das sonst so ruhige Grätzel rund um die Bauernfeldgasse ist in Aufruhr. Der Grund sind die Pläne des Immobilienentwicklers Andreas Hötzl, zwei Wohnblocks um eineinhalb Stockwerke zu erhöhen. Eine jahrelange Baustelle und eine beträchtliche Einschränkung der Lebensqualität wären im Falle einer Bewilligung die Folge.

Als Vertreter der Anrainer ist nun Anwalt Helmut Platzgummer auf den Plan getreten. "In den insgesamt 24 Wohnungen leben viele ältere Leute. Diese werden aufgrund der Belastungen entnervt aufgeben", sagt Platzgummer. Ein weiteres Detail stößt dem Anwalt sauer auf. Der Bau war bis 2015 im Besitz der Enkelinnen des früheren Bundespräsidenten Michael Hainisch. Dieser sorgte 1965 in seiner Schenkungsurkunde dafür, dass die Wohnungen nur für Hochschulprofessoren zu leistbaren Mieten bereitgestellt werden. Die betagten Enkelinnen wohnen derzeit im Wohnhaus Nummer 9 und wollen den Umbau nicht. "Mit dem Verkauf der Wohnungen durch die Buwog an die 'Hötzl Business Group' ist dieses Recht nicht erloschen", mahnt Platzgummer.

"Ich habe die Befürchtung, dass hier Luxuswohnungen entstehen, die sich keiner der derzeitigen Bewohner mehr leisten kann", so der Jurist, der selber in der Bauernfeldgasse aufgewachsen ist.

"Es ist noch nichts fix"

Immobilienentwickler Andreas Hötzl versteht die Aufregung um die Baupläne nicht. "Bis dato ist noch keine Entscheidung gefallen. Derzeit wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen", so Hötzl. Der Bauträger sieht seine Pläne sogar als Aufwertung für die Bewohner. "Es kommt ein Vollwärmeschutz, eine Tiefgarage mit 50 Stellplätzen sowie ein Lift. Und auch die Wohnungen für die Hochschulprofessoren werden nicht teurer", sagt Hötzl. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wird das Gebäude um eineinhab Stockwerke aufgestockt. "Wir haben unsere Pläne bei der Baubehörde eingereicht. Wenn ich das Haus niederreißen würde, dürfte ich sogar noch um einiges höher bauen", sagt Hötzl. "Es passiert alles in Absprache mit den zuständigen Behörden. ich bin seit 30 Jahren im Geschäft und war noch nie vor Gericht. Das spricht für meine Seriösität", so der Immobilienexperte.

Politiker sind wachsam

Auch der Bezirk ist über die Vorgänge um den möglichen Monsterbau in der Bauernfeldgasse informiert. "Bezirkschef Adi Tiller hat bereits Mitte des Vorjahres Einspruch erhoben, denn die Schenkungsbedingungen müssen eingehalten werden. Bei einer Verhandlung war der Bezirk durch eine grüne Bezirksrätin vertreten. Diese hat es aber verabsäumt, einen Einspruch gegen die Parkgarage zu machen", sagt Bezirksvize Daniel Resch (ÖVP). "Die Causa wird streng beobachtet und ist in der nächsten Sitzung des Bauausschusses auf der Tagesordnung", verspricht der Bezirkspolitiker.
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