30.03.2016, 11:45 Uhr

Döblinger Ehepaar in eigenem Heim gefesselt und beraubt: Zweiter Fall innerhalb von kurzer Zeit

Die Polizei konnte in beiden Fällen nur noch Spuren sichern - die Täter sind nach wie vor flüchtig. (Foto: Markus Spitzauer)

Unsicher, ob die beiden Einbrüche von den gleichen Tätern verübt wurden

DÖBLING. Eine brutale Form von Einbruchsdiebstahl scheint derzeit in Döbling Schule zu machen: Am 28. März wurde ein Ehepaar von drei Tätern in ihrem Haus überrascht. Der Mann (72 Jahre) und die Frau (70 Jahre) wurden gezwungen, den Tresor zu öffen und anschließend gefesselt und angewiesen, sich ruhig zu verhalten. 40 Minuten ließen sich die Täter Zeit, um das Haus zu durchsuchen - schließlich flohen sie mit Bargeld. Die Frau konnte sich schließlich von ihren Fesseln befreien und verständigte die Polizei.

Fast genau sechs Wochen zuvor, am 16. Februar, hatte sich ein ähnlicher Fall in Döbling ereignet: Wieder drei Täter hatten sich Zutritt zu einem Haus verschafft, die 70-jährige Besitzerin niedergeschlagen, gefesselt und ins Bad gesperrt. Als ihr Mann heimkam, schlugen die Einbrecher auch ihn nieder und fesselten ihn. Auch diese Täter flohen, ohne ihre Opfer zu befreien. Sie konnten die Polizei erst verständigen, als sie sich selbst befreit hatten.

"Home Invasion"

Ob die beiden Einbrüche von denselben Tätern verübt wurden, ist noch unbekannt. "Das wird derzeit von uns intensiv geprüft. Die Fälle weisen große Ähnlichkeiten auf", heißt es von Seiten der Polizei. Zwar gibt es Hinweise auf unterschiedliche Nationalitäten der Täter, "das ist aber immer mit Vorsicht zu genießen." Auch Nachahmungstäter können aber derzeit nicht ausgeschlossen werden.

"Home Invasion" (dt. etwa "Eindringen ins Heim") ist der aus dem US-amerikanischen Raum stammende Ausdruck für einen Einbruch, bei dem die Opfer daheim und der Gewalt der Täter ausgesetzt sind. Einen generellen Anstieg von solchen Fällen gebe es laut Polizei in Wien derzeit nicht.

Ist man Opfer einer "Home Invasion", solle man sich laut Polizei in jedem Fall ruhig und kooperativ verhalten. Man kann davon ausgehen, dass die Täter ihre Opfer im Vorfeld ausspionieren. Sollte man also bemerken, dass sich fremde Autos oder Personen immer wieder in der Nähe des Hauses aufhalten, lohnt ein Anruf bei der Polizei: "Wir nehmen solche Hinweise auf jeden Fall ernst."
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