19.06.2017, 13:50 Uhr

Schiffsanlegestelle bleibt in Nussdorf

In der Früh sammeln sich viele Touristen auf dem Gehsteig, bevor sie an Bord gehen. Für Radfahrer heißt es da oft Ausweichen.

Die Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern und die unattraktive Gestaltung der Station befeuern seit Jahren eine Diskussion um eine Absiedelung. Stattdessen gibt es aber nun Pläne für einen eigenen Radweg, der das Verkehrschaos eindämmen soll.

DÖBLING. Täglich um die 30 Busse, hunderte Touristen und wahrscheinlich mindestens noch einmal so viele Radfahrer. Die Verkehrssituation rund um die Anlegestelle Nussdorf sorgt schon seit Jahren für Diskussion. Sogar von einer völligen Absiedelung zur neugeschaffenen zentralen Anlegestelle an der Reichsbrücke war die Rede. 2013 wurde ein entsprechender Antrag im Gemeinderat angenommen, 2015 gab es eine Bürgerinitiative, die ebenfalls eine Absiedelung oder zumindest Entlastung forderte.

Passiert ist das bisher aber nicht. Soll es auch nicht, wenn es nach Bezirksvorsteher Adolf Tiller (ÖVP) geht: "Diese Anlegestelle hat große Tradition. Es liegt in unser aller Interesse, dass die vielen Touristen und das Bordpersonal auch weiterhin in Nussdorf einkaufen, unsere traditionellen Gasthäuser und Heurigen besuchen und von hier aus zu unseren Sehenswürdigkeiten, etwa nach Grinzing oder auf den Kahlenberg, aufbrechen."

"Situation ist besser"

Dass es in der Früh, wenn die Schiffe ablegen, Verkehrsprobleme gebe, räumt aber auch der Bezirkschef ein. Doch einiges habe sich in den letzten Jahren schon zum Besseren gewendet: "Zusätzlich zur bestehenden Umkehrschleife für Busse wurden 2016 die Abstellplätze für die Autobusse markiert", sagt er. Auch der Radweg ist eigens mit Bodenmarkierungen gekennzeichnet. Außerdem wurden vom Treppelweg her zu den Einstiegstellen Zugänge geschaffen, sodass die Passagiere nicht über den Fahrweg zu den Bussen gehen müssen.

Radweg soll erhöht werden

Die Reederei Lüftner habe laut Tiller nun vor, einen erhöhten, baulich getrennten Radweg zu errichten. Einen entsprechenden Plan hätte sie der Gemeinde bereits vorgelegt. Dadurch würde es in Zukunft auch keine Kollisionen mit den Fußgängern geben. Schon jetzt gibt es strenge Richtlinien für den Busverkehr. Laut Donau Schiffsstationen GmbH gelte im Bereich der Anlegestelle eine Parkordnung für Busse: Diese dürfen nicht bei den Schiffsanlegestellen abgestellt werden, nur zum Ein- und Aussteigen können sie auf der Buszufahrt halten. Erst ab 9 Uhr dürfen Busse die Fahrgäste der Schiffe zu Landausflügen abholen. Parken können die Busse unter anderem auf den vom Anlegestellenbetreiber angemieteten Flächen in der Relegasse links längsseits der Bahntrasse.
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