Radio Arabella: Conny holt Wien aus den Federn

Arbeitsbeginn bei der Morgenshow: 5 Uhr Früh - Connys Gesichtsausdruck spricht Bände.
14Bilder
  • Arbeitsbeginn bei der Morgenshow: 5 Uhr Früh - Connys Gesichtsausdruck spricht Bände.
  • Foto: Burghardt
  • hochgeladen von Arnold Burghardt

Die erste Herausforderung für das Praktikum bei meinen Chefs Joey und Sophie beginnt schon in der Nacht vorher, als es heißt, um 21 Uhr schlafen zu gehen. Wie machen das die zwei bloß jeden Tag? Mit dem Vorhaben, ihnen unbedingt diese Frage zu stellen, entschwinde ich ins Land der Träume, aus dem mich nur gefühlte zehn Minuten später mein Wecker reißt.

Munter durch Zaubertrank

Nach einer eiskalten Dusche (okay lauwarm, aber eiskalt klingt einfach heldenhafter) geht es zum Alten AKH, auf dessen Campus sich das Studio von Radio Arabella befindet. Zu meiner Überraschung öffnet mir eine hellwache Sophie die Tür und bringt mein Kamerateam und mich ins Studio, wo bereits Joey wartet. Bevor ich die Frage stellen kann, wie beide es schaffen, jeden Tag so früh munter zu sein, bringt mich Sophie ans andere Ende der Redaktion, wo die Kaffeemaschine steht. Das ist die Lösung!

Vollgepumpt mit Koffein komme ich zurück ins Studio, in dem mir die zwei Radioprofis schnell die wichtigsten Fakten erklären, um auf Sendung gehen zu können. Ich möchte gerade noch was fragen, da leuchtet schon das rote Licht beim Mikrofon, welches anzeigt, dass ab sofort tausende Hörer mitbekommen, wenn ich mich verspreche. In so einer Situation fehlen sogar so einem Plappermaul wie mir die Worte.
Falls sich übrigens jemand einmal gefragt hat, ob sich Radiomoderatoren alles aufschreiben, was auf Sendung geht: nein, das tun sie nicht! Joey und Sophie plaudern anhand weniger Stichworte spontan drauflos und genau das soll ich jetzt auch machen. 5.20 Uhr: Meine noch leicht verschlafene Stimme erklingt das erste Mal im Radio und ich schaffe es tatsächlich, mich in geschätzten fünf Sätzen nur einmal zu verhaspeln.

Radioblut geleckt

Ich kann es kaum erwarten, wieder auf Sendung zu gehen, wozu mir Joey und Sophie auch öfter die Gelegenheit geben. Der Wetterbericht um 6.45 Uhr ist die Paradedisziplin für einen Radiomoderator, deshalb gebe ich mir besonders viel Mühe, die Sonne übers Mikro scheinen zu lassen. Das läuft ja wie am Schnürchen! Zumindest so lange, bis mir Joey und Sophie erklären, dass ich eine Meinungsumfrage für die Sendung machen soll. Okay, das sollte als Zeitungsredakteurin an sich machbar sein. Wäre da nicht die Kombination aus Mikrofon, Aufnahmegerät und immer noch leicht verpeilter Praktikantin, die alle Antworten der auskunftswilligen Passanten überspielt und nur ihre eigene Stimme aufnimmt. Jetzt bin ich endgültig wach! Mit viel Glück schaffe ich es schließlich doch noch, fünf Freiwillige für meine Aufgabe zu finden.

Viel mehr als Quasseln

Jetzt muss der Beitrag geschnitten und für die Show vorbereitet werden. Spätestens jetzt wird mir klar, dass Radio machen nicht nur aus Reden besteht. Zwischendurch bekomme ich mit, wie Hörer das Servicetelefon wegen eines Gewinnspiels stürmen und Nachrichtenmoderator Lukas laufend die neuesten News für die Sendung tippt.
Auch im Studio herrscht reger Betrieb, wobei ich immer wieder den Satz "Ich brauch ein Bett" aufschnappe. Zur Aufklärung: Ein Musikbett dient zur musikalischen Untermalung bei einer Moderation, um die emotionale Stimmung besser zu transportieren, z.B. beim Verkehr oder Wetter.

Zeit vergeht wie im Flug

Kurz vor Sendeschluss um 9 Uhr ist Zeit für ein Resümee live on Air. Mein Fazit lautet: Das war einer der coolsten Jobs für "Chef, wie geht das" bisher und Joey und Sophie sind ein super nettes Team - aber KEIN Paar (das musste mal gesagt werden). Tatsache ist, dass zum Radio machen viel mehr gehört, als nur ins Mikrofon zu reden und witzige Sprüche zu klopfen. Man muss sehr spontan sein, auf Abruf teilweise auch die Sendung ändern (zum Beispiel bei Geisterfahrermeldungen) oder trotz teils trauriger Nachrichten immer gute Laune verbreiten. Alles in allem ein echter Traumjob für Quasseltanten wie mich – wenn da nur nicht mein Tiroler Dialekt und das frühe Aufstehen wäre.

Autor:

Conny Sellner aus Donaustadt

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

12 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.