30 Jahre Donauinsel: Blick in die Entstehung des Erholungsgebiets

Blick von der Reichsbrücke Richtung Überschwemmungsgebiet Kaisermühlen im Jahr 1980. Von  Kino noch keine Spur.
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  • Blick von der Reichsbrücke Richtung Überschwemmungsgebiet Kaisermühlen im Jahr 1980. Von Kino noch keine Spur.
  • Foto: TARS631/Wikimedia Commons
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FLORIDSDORF. Mit der "schönen blauen Donau" setzte Johann Strauss Sohn bereits vor der großen Donauregulierung der 1870er-Jahre dem Wiener Gewässer ein musikalisches Denkmal. Schon das so eingerichtete Überschwemmungsgebiet am Ostufer der Donau, das Hochwasser auffangen sollte, diente den Wienern als 400 Meter breites Erholungsgebiet. Historische Aufnahmen zeigen zufriedene Leute sonnenbadend auf Liegestühlen, in Zelten, mit Angeln und in allen erdenklichen anderen Posen, die man so gemütlich am Strand einnehmen kann.

1969 wurde nach einem Jahrzehnt des Tauziehens vom Wiener Gemeinderat der Bau des Entlastungsgerinnes – heute auch "Neue Donau" genannt – beschlossen. Mithilfe dieses Extraarmes werden bei Bedarf zusätzliche Wassermassen von bis zu 14.000 Kubikmeter pro Sekunde bewältigt und die Leopoldstadt, die Brigittenau, Floridsdorf und die Donaustadt bei Hochwasser vor Überschwemmungen geschützt.

Durch Glück zur Insel

Glückliche Begleiterscheinung war dank der Bestrebungen und Planungen des Ingenieurs August Zottl auch die 21,1 km lange Donauinsel. Zu dem Zeitpunkt war allerdings noch gänzlich unklar, was mit diesem nutzbar gemachten Streifen Wiens geschehen sollte. Erst 1977, fünf Jahre nach Beginn des Baus, lagen die ersten Ergebnisse des Wettbewerbes zur Gestaltung der Ufer der Neuen Donau und der Inseloberfläche vor. In den fünf dazwischen liegenden Jahren hatten die Bauarbeiten die Landschaftsgestaltung überholt: Teilbereiche von einigen hundert Metern Länge waren bereits zur Benutzung freigegeben worden. Dass ein übergreifendes Gestaltungskonzept dabei gefehlt hatte, machte sich schwer bemerkbar. Zeitgenössische Begriffe wie "Fadennudel" und "Spaghettiinsel" zeugten vom Unmut der einheimischen Bevölkerung.

Die Empfehlungen der international besetzten Wettbewerbs-Jury sprachen unter anderem davon, dass die Eigenheiten der Stromlandschaft soweit wie möglich erhalten bleiben sollten. Die Donauinsel selbst sollte in überwiegendem Maße für Erholungszwecke genutzt werden (sogar eine durchgehende Bebauung war bis dahin angedacht worden). So hat die Donauinsel ihr heutiges Aussehen mit einem parkänhlich angelegten Bereich in der Mitte und naturnahen Flächen am Nord- und Südspitz bekommen.

Erholungsgebiet seit 30 Jahren

Altbaumbestände konnten erhalten werden, indem man die Dammschüttung entsprechend aussparte bzw. verlagerte. Auch Altarmbereiche wie das "Zinkerbachl" und der "Tote Grund" wurden samt der umgebenden Vegetation belassen und in die Oberflächengestaltung integriert. 1981 wurde der Nordteil der Insel mit einem großen Fest feierlich eröffnet, 1988 folgte unter Bürgermeister Helmut Zilk schließlich die gesamte Donauinsel.
Dennoch darf man sich als Donaustädterin bis heute von allzu kritischen Cisdanubiern anhören: "Ja als Inundationsgebiet dient Transdanubien vorzüglich."

Autor:

Geraldine Smetazko aus Donaustadt

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