"Langsam geht mir das Geld aus"
Donaustädter Café Hummel und Wiener Wahnsinn zeigen Lockdown-Folgen auf

Artur Hummel vom Café Hummel in der Donaustadt mit seinen Mitarbeiterinnen. Aufgrund des verlängerten Lockdowns geht dem Kult-Cafétier langsam das Geld aus.
  • Artur Hummel vom Café Hummel in der Donaustadt mit seinen Mitarbeiterinnen. Aufgrund des verlängerten Lockdowns geht dem Kult-Cafétier langsam das Geld aus.
  • Foto: Kisling
  • hochgeladen von Conny Sellner

Der 3. Lockdown ist fix. Auch für Wirte wie den Donaustädter Artur Hummel bedeutet das weiterhin keine Einnahmen. Gastronomin Alexandra Psichos hat deshalb die Aktion "5 vor 12" ins Leben gerufen.

DONAUSTADT/WIEN. "Bis jetzt konnte ich die Gehälter für meine Mitarbeiter, die in Kurzarbeit sind, noch bezahlen. Aber langsam geht mir das Geld aus." So schildert Gastronom und Donaustädter Kultcafétier Artur Hummel vom gleichnamigen Café Hummel in Aspern die aktuelle Situation. Seit 2. November befindet sich die gesamte Gastronomie in Österreich im Lockdown - und ein Ende ist nicht in Sicht. Geplant wäre eine Öffnung am 25. Jänner gewesen, nun ist vor März mit keiner Lockerung zu rechnen.

Das Schlimmste dabei: Die Unsicherheit. "Wir erfahren alles nur aus den Medien und wissen nie, was kommt. So kann man nichts planen", so Hummel. Was der Cafétier hervorheben möchte, ist die immense Unterstützung durch seine Stammkundschaft in dieser schwierigen Zeit. "Ich habe das große Glück, dass ich Stammkunden habe, die viele Gutscheine für die Zeit nach Corona gekauft haben. Das hat mich bisher davor bewahrt, einen Kredit aufnehmen zu müssen. Doch jetzt geht es sich bald nicht mehr aus", so Hummel.

5 vor 12 - wir öffnen wieder

Genau solche Fälle haben Alexandra Psichos, selbst Gastronomin und Fachgruppenleiter Stellvertreterin der Fachgruppe Kaffeehäuser bei WKO Wien, dazu bewogen, zusammen mit ein paar Kollegen die Aktion "5 vor 12 - wir öffnen wieder" ins Leben zu rufen. "Damit möchten wir auf die prekäre Situation in der Gastronomie hinweisen und zeigen, dass es sich hier nicht um irgendwelche Nummern, sondern um lauter Einzelschicksale handelt, die teilweise kurz vor dem Ende sind", so Psichos.

Was die Situation besonders erschwert, sind nicht nur fehlende Infos, sondern auch die Tatsache, dass wichtige Förderungen an Gastronomen entweder zu wenig oder spät ausbezahlt würden. "Wenn man uns schon davon abhält, unser eigenes Geld verdienen zu können, soll man uns wenigstens adäquat dafür entschädigen", so Psichos. Um sich mehr Gehör bei den Verantwortlichen zu verschaffen, sind mehrere Aktionen geplant bzw. wurden bereits umgesetzt. So haben einige Lokale trotz Lockdowns aufgesperrt und ihre Räume mit Grabkerzen gefüllt als Symbol für die fehlenden Gäste. Außerdem können Gastronomen Videos, in denen sie ihre Situationen schildern, auf der Facebookgruppe  5 vor 12 - wir öffnen wieder hochladen.

Wiener Wahnsinn unterstützen Aktion

Eine Möglichkeit, die schon zahlreiche Wirte genutzt haben - unter anderem eben auch Artur Hummel, der in seinem Video prominente Unterstützung erhält. Die Donaustädter Kultband Wiener Wahnsinn, deren Stammlokal das Café Hummel ist, zeigen sich mit ihrem Gastauftritt im Video nicht nur solidarisch mit ihrem Freund, sondern weisen damit auch daraufhin, dass eine geschlossene Gastronomie auch schwerwiegende Folgen für die Kultur hat. 

Artur Hummel selbst denkt trotz schwieriger Situation nicht ans Aufgeben. Ein Faktor dafür ist die gute Vernetzung unter den Gastronomen und die gegenseitige Unterstützung. "Ein bisschen müssen wir noch durchhalten. Aber ich versteh jeden, der coronamüde ist."

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