Donaustädter Gärtnerei züchtet Wiener Gurken fürs ganze Jahr

Gärtner Martin Flicker mit einer seiner Salatgurken.
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  • Gärtner Martin Flicker mit einer seiner Salatgurken.
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  • hochgeladen von Patrick Krammer

DONAUSTADT. Am Rand von Wien steht die Gärtnerei Flicker. Sie ist nahe der Siedlung Neuessling, gerade einmal einen Steinwurf von der niederösterreichischen Grenze entfernt. Es führt nur ein schmaler Schotterweg zur Gärtnerei von Martin Flicker, nicht allzu weit entfernt drehen sich Windräder. In zwei großen Gewächshäusern baut Martin Flicker ausschließlich Gurken an. Normale Gurken, Minigurken und Snackgurken. Die Wiener Gurken werden vor allem regional in Wien verkauft.

Die Gewächshäuser sind erst seit kurzem in Betrieb, letzten Sommer begannen die Bauarbeiten, im Dezember wurden sie fertiggestellt und im März begann die Anpflanzung. Auf insgesamt 42.000 Quadratmetern wird hier bewirtschaftet und Flicker plant bald auf eine Ganzjahresproduktion umzustellen. Beim Gurkenanbau führe kein Weg an Gewächshäusern vorbei. „Die Zukunftstendenz geht in Richtung Gewächshäuser“, so der Gärtner.

Förderung durch die EU

Ermöglicht hat den Bau der Gewächshäuser auch ein Förderprogramm der EU. "Wir bekommen Förderungen im Bereich der Investitionen", erklärt Flicker. Nur so war das Bauvorhaben überhaupt realisierbar. Die Gärtnerei Flicker wurde von vom europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums mit 120.000 Euro gefördert. 

In seinen beiden Gewächshäusern erntet Flicker täglich 15 Tonnen Gurken, die vor allem von LGV-Frischgemüse vertrieben werden. Die Pflanzen kommen als kleine Setzlinge aus den Niederlanden, die auf dem Gebiet der Gewächshäuser Spitzenreiter sind. Aus einem kleinen Würfel wachsen die Pflanzen, die in einen Beutel Erde eingepflanzt werden. Über gespannte Seile schlingen sich die Gurkenpflanzen dann nach oben, beim Besuch der bz waren sie zwischen zweieinhalb und drei Metern hoch. Die Erntehelferinnen fahren zum Abernten auf kleinen Hebebühnen zwischen den Pflanzenreihen herum.

Gesund aber nicht Bio

Weil Gurken es besonders warm brauchen, können auch keine Biogurken produziert werden. Zur Beheizung wird Gas verwendet, ein Ausschlusskriterium für Biogemüse. Zudem dürfte Flicker nicht nur Gurken anbauen, denn um Bio zu sein, müssen abwechselnd unterschiedliche Gemüsearten angepflanzt werden, damit sich der Boden erholen kann. „Das kann ich nicht und will ich nicht, ich will meine Gurken machen“, erklärt der Gurkenzüchter, dessen Pflanzen nicht im Boden, sondern in Erdsäcken wachsen, die leicht ausgetauscht werden können.

Zum Abschluss beantwortet Flicker noch eine der großen Fragen, nämlich die, ob Gurken geschält gehören oder nicht. „Gurken schälen ist total sinnlos, in der Schale sind die meisten Nährstoffe drinnen“, beendet er die Diskussion ein für alle Mal.

Gärtner Martin Flicker mit einer seiner Salatgurken.
Gurkenernte bei Gärtnerei Flicker

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