Bezirkvorsteher Ernst Nevrivy
"Es muss ein kostenloses Parkpickerl nur für Wiener geben"

Donaustadts Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy lässt mit seinem Vorschlag eines kostenlosen Parkpickerls für Wiener aufhorchen. Dabei ist die Idee gar nicht neu!
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Die Donaustadt ist einer der wenigen Parkpickerl-freien Bezirke Wiens. Daran soll sich derzeit auch nichts ändern, wenn es nach Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy geht. Stattdessen hat er eine andere Idee, wie man die Parkplatznot in Wien bekämpfen könnte. 

Sie sorgen seit Tagen mit Ihrem Wunsch nach einem gratis Parkpickerl für Wiener für Gesprächsstoff. Woher kommt plötzlich diese Idee?
ERNST NEVRIVY: "Die Idee kommt nicht plötzlich und ist auch nicht neu. Ich habe diese Position zur Parkraumbewirtschaftung seit langem und sie ist auch auf meiner Facebookseite in der Serie "Donaustadt erklärt" nachzulesen." 

Bemerkt man in der Donaustadt jetzt schon die Parkplatzproblemtik?
"Ja, selbstverständlich – gerade rund um die U-Bahn-Stationen. Beispielsweise entlang der Arbeiterstrandbadstraße, wo ich vergangene Woche um 5 Uhr Früh direkt nach der Kurzparkzone 50 Fahrzeuge ohne Wiener-Kennzeichen gezählt habe. Einfach, weil die U1-Station Alte Donau in der Nähe ist. Oder auch rund um die U2-Donaustadtbrücke, wo es zwar eine Park and Ride Anlage gibt, die Leute aber natürlich kostenlos auf der Straße parken."

Aber warum dann kein Parkpickerl nur für die Donaustadt?
"Alle Parteien, mit Ausnahme der Bezirksgrünen, sind dagegen, in der Donaustadt eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Damit einhergehend steht man vor dem Problem, wenn man das Parkpickerl partiell wie zum Beispiel in Kaisermühlen einführt, verschwinden die Autos ja nicht, sondern sie verlagern sich nur in andere Gebiete im Bezirk. Zum Beispiel rund um die Alte Donau oder rund um Kagran. Wie die aktuelle Parkraumbewirtschaftung in Wien funktioniert, sieht man ja an Beispielen in anderen Bezirken, wo das Parkpickerl in bestimmten Gebieten eingeführt wird und die Autos auf andere Gebiete im Bezirk oder überhaupt anderen Bezirke ausweichen." 

Wie sonst kann man das Problem mit fehlenden Parkplätzen bekämpfen?
"Man muss für Wiener eine Möglichkeit schaffen, dass sie in der Stadt 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche kostenlos parken können. Nicht-Wiener sollen bestenfalls bereits an der Stadtgrenze in Park and Ride Anlagen  parken, andernfalls müssen sie für das Parken in Wien bezahlen. Die politische Vision wäre, dass in Wien nur von Wienern kostenlos geparkt werden darf." 

Damit wäre das Parkpickerl in den einzelnen Bezirken Geschichte?
"Nein, denn wenn das kostenlose Parkpickerl für Wiener eingeführt wird,  werden wir die Parkraumbewirtschaftung als Lenkungsmaßnahme zwischen den Bezirken oder innerhalb der Bezirke weiterhin benötigen aber eben nur dort, wo es nötig ist. Denn sobald alle Nichtwiener einmal von den Parkplätzen weg sind, wird es vielleicht gar nicht mehr nötig sein, eine zusätzliche Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Zumindest nicht flächendeckend."

Park and Ride Anlagen sollen ja am Rand der Stadt entstehen. Gibt es dazu schon Gespräche z.B. mit Niederösterreich?
"Das ist nicht meine Aufgabe, solche Gespräche zu führen. Für die Parkraumbewirtschaftung in Wien ist jemand anderer zuständig. Das sind die Visionen, die ich bereits seit Jahren in der Donaustadt habe, aber ich habe nicht das Mandat, um solche Verhandlungen zu führen."

Wie ist das Feedback aus der Bevölkerung auf die Idee eines kostenlosen wienweiten Parkpickerls?
"Es gibt fast ausschließlich positive Resonanz. Heute gab es zwar ein Statement eines Herrn, der dagegen war, aber das hat den Grund, dass er überhaupt aufs Auto verzichten will, aber in der Regel verstehen die Wiener den Ansatz und befürworten ihn. Dass andererseits Niederösterreicher von der Idee nicht ganz so begeistert sind, ist nachvollziehbar. Hier würde ich auch verstehen, wenn man im Gegenzug in anderen österreichischen Städten mit derselben Problematik wie Wien derartige Regelungen einführt." 

Döbling hat seit Kurzem auch das Parkpickerl. Spürt man in der Donaustadt bereits die Auswirkungen?
"Nein, bis jetzt noch nicht. Aber ich befürchte, wenn Simmering und Schwechat nachziehen, werden wir gravierend Auswirkungen haben. Dann müssen wir die Situation in der Donaustadt nochmal genau anschauen. Deshalb ist es eben so wichtig, dass wir schnellstmöglich eine Lösung finden, von der alle Wiener profitieren."

Donaustadts Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy lässt mit seinem Vorschlag eines kostenlosen Parkpickerls für Wiener aufhorchen. Dabei ist die Idee gar nicht neu!
Ernst Nevrivy beim Interview im Donaubräu.
Autor:

Conny Sellner aus Donaustadt

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