Gewalt an Frauen
Junge Linke Donaustadt fordern mehr Übergangswohnungen

Die Jungen Linken Donaustadt machten am Montag, 23. November, auf den Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam.

  • Die Jungen Linken Donaustadt machten am Montag, 23. November, auf den Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam.

  • Foto: Junge Linke / Sarah Pansy
  • hochgeladen von Sophie Brandl

Junge Linke Donaustadt setzt in Kagran ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Das Motto "Jeder Frau ein sicheres Zuhause!".

DONAUSTADT. Zum morgigen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November fordern die Jungen Linken Donaustadt mehr Übergangswohnungen für Betroffene. 90 Prozent aller Gewalttaten an Frauen werden in der Familie begangen. Dazu kommt die aktuell prekäre Situation mit dem Lockdown. 

Schon im Frühjahr beim ersten Lockdown hat sich gezeigt, dass die Wegweisungen laut Bundesregierung um mehr als 20 Prozent gestiegen sind. Angesichts des zweiten Lockdowns wollen die Jungen Linken darauf aufmerksam machen und Konsequenzen ziehen. 

Mit einer Aktion in Kagran setzten sie ein Zeichen für mehr Übergangswohnungen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. "Der gefährlichste Ort für Frauen ist das eigene Zuhause. Umso wichtiger ist die Arbeit von Frauenhäusern und Frauenhilfsorganisationen, die schnell und verlässlich helfen", Ruby Zöhrer, Sprecherin der Jungen Linken Donaustadt und ergänzt: "Es braucht aber auch Unterstützung, wenn die unmittelbare Gefahr vorbei ist. Eine eigene Wohnung ist der Schlüssel um wieder auf eigenen Beinen zu stehen."

Übergangswohnungen als Entlastung 

Eine eigene Wohnung ist immer mit hohen Kosten verbunden. Viele Frauen verdienen nicht genug, um sich ein angemessenes Dach über dem Kopf zu leisten. "Laut Statistik Austria bekommen Frauen im Schnitt ein Drittel weniger Lohn und nur halb so viel Pension wie Männer", heißt es von den Jungen Linken. Die Kosten für Miete, Kaution, Möbel und Provisionsgebühr sind immens. Für viele Frauen wird die Hürde, sich vom Partner zu trennen, höher. 

Entlastung schaffen dabei Übergangswohnungen. Frauen und Kinder finden hier Unterschlupf, nachdem sie nicht mehr unmittelbar gefährdet sind. Der Bedarf ist jedoch in vielen Bezirken größer als das Angebot. "Jede Frau verdient ein Zuhause in dem sie ohne Angst leben kann. Dazu braucht es mehr Übergangswohnungen in jedem Bezirk, auch bei uns", sagt Zöhrer.

Viele Gemeinden und Städte stellen einzelne kommunale Wohnungen als Übergangswohnungen bereit. Eine weitere Entlastung für Frauen, die Gewalt erfahren haben, können öffentliche Kautionsfonds schaffen. Hohe Kautionen, die schlagartig anfallen, werden teilweise übernommen. "Für jede Frau kann ein sicheres Zuhause geschaffen werden, wenn es von Seiten der Politik den guten Willen dafür gibt", sagt Zöhrer abschließend.

Frauen, die von Gewalt betroffen sind, können sich rund um die Uhr kostenlos und anonym an die  österreichische Frauenhelpline unter 0800/222 555 wenden. Mehr Informationen zur Frauenhelpline gibt es unter www.frauenhelpline.at und zu Frauenhäusern auf www.aoef.at

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