Aspern
Schleichweg sorgt für Unruhe

Simone Pibernik an der Kreuzung zur Hausfeldstraße: "Sogar die Luftqualität ist merklich gesunken."
  • Simone Pibernik an der Kreuzung zur Hausfeldstraße: "Sogar die Luftqualität ist merklich gesunken."
  • hochgeladen von Patrick Krammer

Der zunehmende Verkehr rund um die Hausfeldstraße sorgt für Unmut bei den Anrainern.

DONAUSTADT. Aspern wurde in den letzten Jahren zum beliebten Wohnort an der Grenze von Wien. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist man schnell im Zentrum, und doch hat das Grätzel einen fast ländlichen Charme.
Allerdings kamen mit dem Bau von immer mehr Wohnungen auch Probleme der Innenstadt in den Außenbezirk. Durch den stetig zunehmenden Verkehr stößt die Hausfeldstraße mittlerweile an ihre Grenzen.

Lärmbelästigung

Vor allem zu den Stoßzeiten meiden Autofahrer die Kreuzung zur Erzherzog-Karl-Straße und nehmen lieber einen Schleichweg durch die Pilotengasse. Sehr zum Unmut der Anrainer. 

„Damals lautete das Motto ‚Ruhiges Wohnen im Grünen’", schreibt Harald Klima in einer E-Mail an die bz. Als er 2013 mit seiner Frau Martina in die Pilotengasse zog, war diese noch eine Sackgasse und darüber hinaus eine Einbahn. Kurz darauf wurden weitere Wohnanlagen und Straßen gebaut. Aus der Einbahn wurde eine Gegenfahrbahn und der Schleichweg entstand.

Mittlerweile sei es zu den Stoßzeiten von 4.30 bis 7.45 Uhr so schlimm, dass sie nicht einmal die Fenster aufmachen könnten, erklärt Klima weiter. Simone Pibernik, Anrainerin in der Pilotengasse, sieht es ähnlich: „Gerade in der Früh ist es schlimm. Im Sommer werde ich vom Verkehr wach.“
An die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h halte sich auch niemand, es wird also noch lauter. Das Problem sei aber nicht die Geschwindigkeit der Autos, sondern die Stadtplanung, meint Pibernik.

„Im 22. Bezirk wird so viel gebaut, dass ein komplettes Verkehrskonzept erstellt werden müsste“, beklagt sie. Sowohl Pibernik als auch Klima wünschen sich eine Einbahn, um zumindest den Schleichweg durch die Pilotengasse loszuwerden.

Bezirksvorsteher machtlos

Mit diesen Vorschlägen hat sich Anrainer Harald Klima auch an Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy gewandt, sei aber abgewiesen worden. Solche Forderungen sind für Nevrivy nämlich keine Lösung: „Das Sperren einzelner Straßen verschiebt das Problem immer nur von Straße zu Straße. Wir brauchen also eine großräumige Lösung, die von der Bezirkspolitik alleine natürlich nicht geleistet werden kann.“

Ihm sei bekannt, dass Hauptverkehrsverbindungen den Verkehr „selbst außerhalb der Spitzenzeiten kaum mehr bewältigen“ könnten. Er fordert eine Verbindung zwischen der S1 und S2 sowie eine Stadtstraße. Erst dann könne die Donaustadt entlastet werden, so der Bezirkschef.

Für die Bewohner der Pilotengasse bedeutet das wohl, dass sich so schnell nichts ändern wird. Unterdessen werden fleißig neue Wohnanlagen gebaut. Gleich um die Ecke würde in den nächsten Jahren die nächste Häuserblocks errichtet werden. „Da kommt noch einiges auf uns zu“, meint Pibernik.

Autor:

Patrick Krammer aus Leopoldstadt

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