„Hagelberg“

"Schrei 13:32 Uhr", 2017, Tusche auf Papier, 48 x 36cm; ©: Konstanze Sailer
  • "Schrei 13:32 Uhr", 2017, Tusche auf Papier, 48 x 36cm; ©: Konstanze Sailer
  • hochgeladen von Gerd Traxler
Wo: Galerie Artroom, 1220 Wien auf Karte anzeigen

Die digitale Kunstinitiative „Memory Gaps ::: Erinnerungslücken“ von Konstanze Sailer gedenkt NS-Opfern mit Ausstellungen in einer jener Straßen Wiens, die es geben sollte.

Lilli Hagelberg (* 25. April 1895 in Wien; † nach dem 13. März 1943 im KZ Auschwitz), war eine österreichische jüdische Kunsthistorikerin. Sie zog nach München, wo sie vorwiegend publizierte und unterrichtete. Zu ihren wissenschaftlichen Arbeiten zählten unter anderem Abhandlungen zu Heinrich von Kleist und Hugo von Hofmannsthal. Lilli (auch Lilly bzw. Lili) Hagelberg wurde in München verhaftet und ab dem 15. April 1942 im Internierungslager in der Clemens-August-Straße festgesetzt. Sie wurde am 13. März 1943 nach Auschwitz deportiert und dort vermutlich bereits kurz nach ihrer Ankunft ermordet.

Bis zum heutigen Tag existiert in Wien keine Straße, die ihren Namen trägt. Hingegen ist nach Richard Seefelder seit 1955 in Wien-Donaustadt noch immer eine Gasse benannt. Seefelder war Arzt und Professor für Augenheilkunde in Leipzig und Innsbruck, in den 1920er Jahren auch Dekan und Rektor der Universität Innsbruck. Er trat 1933 in Innsbruck der (illegalen) NSDAP und 1938 der SS bei. 1939 wurde er SS-Untersturmführer, als Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes wurde er Oberstabsarzt der Wehrmacht und ab 1943 Oberstarzt. Anstelle von Richard Seefelder, der zudem keinen nennenswerten Wien-Bezug aufweist, sollte in Wien-Donaustadt an Lilli Hagelberg erinnert werden.

Die Kunstinitiative der Malerin Konstanze Sailer wird mit einer weiteren Ausstellung von Tuschen auf Papier in virtuellen Räumen eröffnet. Die Galerien befinden sich ausnahmslos in Straßen oder an Plätzen, die es nicht gibt, die es jedoch geben sollte: solche mit Namen von Opfern der NS-Diktatur. Monat für Monat wird so das kollektive Gedächtnis erweitert. Monat für Monat werden damit Erinnerungslücken geschlossen.

Zur Ausstellung "Hagelberg" von Memory Gaps

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