17.11.2017, 15:33 Uhr

Vogelfütterung im Winter

Wenn draußen die Temperaturen fallen und sich der Winter ankündigt, begeben sich die heimischen Vögel wieder vermehrt auf Futtersuche in unseren Gärten. Durch Rodung der Wälder werden ihre natürlichen Nahrungsquellen knapp. Deshalb ist es heute um so wichtiger, die Vögel aktiv zu unterstützen.

Wachstum der Städte und Rodung der Wälder
Die Bevölkerungszahlen in Städten nehmen stetig zu, sodass Wohnraum in Städten knapper wird. Die Folge: Städte wachsen. Durch die Ausbreitung der Städte, wird aber auch der natürliche Lebensraum der Vögel zerstört. Vogelarten, die sich gut anpassen können, überleben auch in der Stadt, während sich andere Vogelarten zurückziehen müssen.
Der wichtigste Lebensraum für Vögel ist aber der Wald. Naturbelassene Waldflächen sind rar. Für die Forstwirtschaft gezüchtete Wälder werden oft nur wenige Jahrzehnte alt. Mischwälder, die in verschiedenen Ebenen Lebensraum für Vögel und zudem ein größeres Nahrungsangebot bieten können, sind nur noch selten zu finden.

Die Stille im Wald
Während Waldspaziergängen bleibe ich oft stehen, um die Natur auf mich wirken zu lassen. Doch im vergangenen Jahr habe ich dabei eine beunruhigende Stille wahrgenommen. Keinen einzigen Vogel konnte ich sehen oder hören. Noch vor zwei Jahren konnte ich im selben Wald den Ruf von Amsel, Meise & Co zu jeder Tageszeit vernehmen. Der Wald ist geschrumpft und mit ihm der Lebensraum der Vögel.

Die perfekte Futterstelle

Die Vogelfütterung ist der einfachste Weg, Vögel aktiv zu unterstützen. In der Vogelfütterung kann ich bereits mit wenigen Mitteln viel erreichen und wenig falsch machen. Der größte Fehler ist es, nicht zu füttern. Ein kleines Häuschen und ein paar Meisenknödel genügen, um den Vögeln eine effektive Unterstützung bieten zu können. Vogelhäuschen stelle ich dabei erhöht auf, damit sie nicht von Katzen und anderen natürlichen Feinden erreicht werden können. In der näheren Umgebung der Futterstelle bieten Büsche und Sträucher ausreichend Schutz vor feindlichen Angriffen. Im Gebüsch machen Meisenknödel auf die naheliegende Futterquelle aufmerksam. Eine flache Schale mit rauem Boden dient als Vogeltränke, welche auch zum Baden einlädt. Ist das Wasser in der Vogeltränke gefroren, wird es trotzdem von den Vögeln aufgepickt. Natürlich verwende ich bei der Gestaltung der Futterstelle ausschließlich Naturmaterialien.

Am Anfang brauche ich Geduld
Vögel müssen eine neue Futterquelle erst kennenlernen, weshalb im ersten Jahr häufig wenige Vögel an der Futterstelle zu beobachten sind. Tatsächlich sprechen sich gute Futterstellen in der Vogelwelt herum. In meinem Garten war im ersten Winter wenig los. Jetzt im vierten Jahr komme ich mit füttern kaum hinterher. Heute verbrauche ich teilweise zwei oder mehr Meisenknödel am Tag.
Am wichtigsten ist es, regelmäßig und dauerhaft zu füttern und Futter auch wenn es nicht gefressen wird, regelmäßig zu erneuern. Außerdem sollte das Vogelhaus einmal pro Woche gründlich gereinigt, und von Kot befreit werden. Durch schlechte Reinigung können sich Vogelkrankheiten ausbreiten.

Das perfekte Futter

Wie so oft gilt auch bei der Vogelfütterung: Die Mischung macht's. Ich gebe gerne verschiedene Futtermischungen heraus, wobei das normale Streufutter mir meist als Basis dient. Dazu gebe ich gerne unterschiedliche Rohkost, wie Hanfsamen, Rosinen, getrocknete Früchte, gehackte Nüsse, Cashewkerne oder Mandeln. Gebackenes oder gekochtes ist im Vogelhaus tabu. Fettfutter und Waldvogelfutter locken mehrere Vogelarten zur Futterstelle. Fettfutter verwende ich aber nur, wenn die Temperaturen auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt liegen.
Ich biete den Vögeln ausschließlich Nahrungsbestandteile, die von heimischen Pflanzen stammen, da diese den Vögeln bereits bekannt sind. So passe ich mein Futterangebot der natürlichen Umgebung an. Von exotischen Früchten und Samen rate ich bei der Vogelfütterung dringend ab.

Vogelfütterung – Ein Spaß für die ganze Familie
Auch Kindern liegt meist sehr viel am Schutz der Tiere. Mit der ganzen Familie kann ich selbst Futtermischungen und Meisenknödel herstellen. Allen macht es oft große Freude die Vögel zu beobachten und sie zu bestimmen. Kinder denken sich außerdem gerne Spielzeug für die Tiere aus. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, vorausgesetzt es werden Naturmaterialien verwendet. Verschiedene Oberflächen und Ebenen machen eine Futterstelle zusätzlich attraktiv für die Vögel, da sie so zusätzlichen Schutz vor Feinden finden können.

Kann ich zu viel füttern?
Nein. Vögel haben einen natürlichen Instinkt zur Futtersuche. Am liebsten suchen sie im Totholz nach Insekten und anderer Nahrung. Erst wenn sie aus eigener Kraft, oder auf Grund niedriger Temperaturen und geschlossener Schneedecke nicht ausreichend Nahrung finden können, suchen sie Futterstellen auf. Dort fressen sie nur soviel sie benötigen. Dank der Futterstellen können sie aber sicher überleben, und die Gefahr zu verhungern sinkt.

Vogelfütterung das ganze Jahr
Natürliche Lebensräume und Nahrungsquellen für Vögel werden aus oben genannten Gründen rar. Deshalb spricht nichts dagegen das ganze Jahr über Vögel zu füttern, wobei die Futterstelle im Sommer natürlich tendenziell weniger angeflogen wird. Eine natürliche Gartengestaltung mit heimischen Pflanzen, vielen Büschen und Sträuchern, sowie unterschiedlichen Höhen, laden Vögel zusätzlich zum Verweilen ein. So kann ich im Frühjahr mit etwas Glück vielleicht sogar eine Vogelfamilie in meinem Garten begrüßen.


Autor:

Philipp Belschner
YouTuber
E-Mail: PhilippBelschner@gmx.at
http://youtube.com/belschnerphilipp
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