26.06.2017, 13:41 Uhr

Die zwei Gesichter der Donauinsel

Der Blick von der U1-Station Donauinsel zeigt die zwei Seiten der Insel. Links die Sunken City und rechts die Copa Cagrana.

Eine Brücke verbindet die Copa Cagrana mit der Sunken City. Während auf der einen Seite gerade an einer Imagepolitur gearbeitet wird, überzeugt die andere seit Jahren durch Beständigkeit.

DONAUSTADT. Jeder Donaustädter war schon einmal dort und in jedem Fremdenführer für Wien-Touristen scheint sie als Tipp zum Ausgehen auf: Die Sunken City am Ufer der Alten Donau.

Während die gegenüberliegende Copa Cagrana in den vergangenen Jahren des Öfteren für Schlagzeilen sorgte und ein Lokal nach dem anderen schließen musste, gingen die Gastronomen der Sunken City in Ruhe ihren Geschäften nach. Einer davon ist Philipp Ercin, der zusammen mit seinem Bruder vier Betriebe auf der Sunken City leitet. 1998 eröffnete sein Vater hier sein erstes Lokal, das Café del Sol, das es auch fast 20 Jahre später noch gibt. "Mit 16 Jahren habe ich angefangen, meinem Vater im Betrieb zu helfen", so Ercin. "Im Lauf der Jahre kamen noch die Sansibar, Sansibeach und das Palmar dazu, weil die Location einfach genial ist."

Sonne, Strand und Donau

Was für ihn die Donauinsel und speziell die Sunken City so besonders macht? "Hier zu arbeiten gibt einem ein besonderes Gefühl. Mit den Palmen, dem Strand und den Liegestühlen am Wasser fühlt man sich wie im Urlaub." Von den Problemen mit dem Generalpächter auf der Seite der Copa Cagrana hätten natürlich alle etwas mitbekommen, doch auf die Sunken City selbst hatte das Ganze wenig Auswirkungen, wie der junge Gastronom betont: "Die zwei Seiten der Donauinsel hatten schon immer ein unterschiedliches Publikum. Drüben gab es zum Beispiel den Fight Club, der die dazugehörigen Leute angezogen hat, und hier sind vor allem Leute ab 23 Jahren und Familien unterwegs, die gerade vormittags die Ruhe genießen."

Durch die Neugestaltung der Copa Cagrana mit neuen Betrieben, gratis Liegestühlen und Strand tummeln sich auch dort wieder deutlich mehr Leute. Angst vor Konkurrenz hat Ercin jedoch nicht: "Hier auf der Insel gibt es wenig Konkurrenzdenken, sondern eher ein Miteinander. Je mehr Betriebe es gibt, desto mehr Leute kommen und das ist für jeden hier gut."

Was Philipp Ercin wundert, ist die Tatsache, dass viele Wiener und sogar Donaustädter den Unterschied zwischen Copa Cagrana und Sunken City gar nicht kennen: "Uns verbindet zwar eine Brücke, aber wir machen schon einen deutlichen Unterschied zwischen unserer Seite und der da drüben", so Ercin.
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