19.10.2017, 10:27 Uhr

Diese Einbahn spaltet Essling

Seit es in der Viktor-Wittner-Gasse die Einbahn gibt, ist in der Kaposigasse mehr Verkehr zu beobachten. (Foto: Bilina)

Eine neue Einbahnführung in der Viktor-Wittner-Gasse ruft Anrainer und Bezirk auf den Plan.

DONAUSTADT. Sie sollte den Verkehr in der Viktor-Wittner-Gasse eigentlich beruhigen, doch die neue Einbahn von der Kaposigasse zur Kirschenallee sorgt für ordentlich Wirbel in Essling. Anfang September wurde die neue Verkehrsregelung umgesetzt und kurz danach unter anderem auch in der Facebook-Gruppe "Essling", die über 3.500 Mitglieder zählt, zum beliebten Gesprächsstoff. Angeprangert wurde anfangs vor allem die Verlagerung des Verkehrs in andere Seitengassen wie die Kaposigasse, wo sich speziell zu Schulbeginn alle Autos stauten, da viele von der neuen Regelung überrascht wurden. Autos, die gegen die Einbahn fuhren, waren auf der Tagesordnung. Doch auch der neue Radweg, der nun ca. 150 Meter lang ist, stößt nicht bei allen auf Begeisterung.

Ein Anrainer, der sich nicht nur über die Umsetzung, sondern vor allem die Vorgehensweise in der Angelegenheit sehr empört, ist Anrainer Michael Bilina. Was ihn bei der ganzen Sache am meisten verärgert, ist die, seiner Ansicht nach, mangelnde bis gar nicht vorhandene Information. "Ich und viele aus meiner Reihenhaussiedlung hatten keine Ahnung, dass eine solche Einbahn geplant ist. Wir wurden schlichtweg nicht informiert", so Bilina.
Dem widerspricht Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy, der betont, dass die Anrainer rund um die neue Einbahn sehr wohl informiert wurden. "Es gab bereits ab Mai 2015 drei Bürgerveranstaltungen zum Thema. Die Einbahn ist Teil des Verkehrskonzeptes Lobauvorland, das von Rosinak & Partner im Auftrag der Verkehrsstadträtin umgesetzt wurde. Die Einbahn war ein Wunsch vieler Eltern, weil es vor der GTVS Kirschenallee immer wieder zu unangenehmen Vorfällen gekommen ist", erklärt Nevrivy. Auch die Obfrau des Elternvereins der Schule, Viktoria Kettner, befürwortet die neue Einbahn, wie es in einer Aussendung auf Facebook heißt: "Im Vergleich zum Autoverkehr vor der Einführung der Einbahn ist es zu den Stoßzeiten sehr viel geordneter und ruhiger geworden."

Starker Gegenwind

Ein Eindruck, den Esslinger Michael Bilina nicht teilen kann. "Jetzt werden die Kinder teilweise in anderen Straßen rausgelassen und müssen allein den Weg zur Schule gehen, damit die Eltern nicht gegen die Einbahn fahren müssen. Was hier viel mehr helfen würde, wäre ein Schülerlotse." Diesbezüglich gibt es bereits gute Nachrichten, wie Viktoria Kettner bestätigt. "Wir haben die fixe Zusage für einen Schülerlotsen für das ganze Schuljahr bekommen. Jetzt suchen wir noch eine Person, die im Fall von Krankheit oder Urlaub einspringen kann."

Damit scheint zwar dieses Problem gelöst, doch Michael Bilina geht es noch um mehr. "Ich möchte informieren und zeigen, dass Bürger bei solchen Entscheidungen wie einer Einbahn oder plötzlich aufgestellten Betonklötzen ein Mitspracherecht haben sollen." Aus diesem Grund hat er eine Online-Petition gegen die Einbahn gestartet und plant bis Ende Oktober auch Postwurfsendungen dazu.  Er setzt sich für die Rücknahme der Einbahnregelung in der Viktor-Wittner-Gasse ein. Wer ihn dabei unterstützen möchte, kann sich unter www.petitions24.com/einbahn_viktor_wittner eintragen und Kommentare hinterlassen.
Der Elternverein der GTVS Kirschenallee sucht noch einen Schülerlotsen für das Schuljahr 2017/18. Freiwillige können sich unter donaustadt.red@bezirkszeitung.at melden.
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Peter Neumayer aus Donaustadt | 20.11.2017 | 16:57   Melden
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