13.02.2017, 09:55 Uhr

In Kagran wird die U1-Station zum WC

Der Weg zu diesem U1-Eingang wird von Nachtschwärmern als Freiluftklo genutzt. (Foto: Smetazko)

Viele Passanten nutzen den Eingang zur U-Bahn als Freiluftklo. Das empört viele Fahrgäste.

DONAUSTADT. Es ist ein Übel, das einem gerade in Städten leider häufig begegnet – die Zweckentfremdung versteckter öffentlicher Plätze als Toiletten. Direkt beim U-Bahn-Aufzug Kagran, nur wenige Meter von den Sanitäranlagen der Wiener Linien entfernt, gibt es eine solche Stelle.

Sie sorgt bei vielen Fahrgästen für Unmut. Martin L. führt der tägliche Weg in die Arbeit genau dort vorbei: „Selbst bei winterlichen Temperaturen wie derzeit, kann man dort den ekelhaften Geruch nach Kot und Urin deutlich wahrnehmen – vom Sommer ganz zu schweigen.“ Um nicht einen großen Umweg zu machen, müsse man, von der Siebeckstraße kommend, daran vorbei.

Aus Mangel an Beweisen?

Dass der Stationseingang schlecht einsehbar ist, scheint ein besonderer Anziehungspunkt für überstrapazierte Blasen zu sein. „Der Bereich ist dunkel und nicht bzw. nur unzureichend beleuchtet“, so Martin L. Michael Unger – Pressesprecher der Wiener Linien – erklärt, dass sich die Öffnungszeiten der WCs in der Station nach den Betriebszeiten richten würden. Nachts, unter der Woche ist die Station versperrt. Auch die Toilettenanlagen im angrenzenden Donau Plex sind nur dann benutzbar, wenn der Entertainment-Riese geöffnet hat. Also Freitag und Samstag bis 3 Uhr, Sonntag bis Donnerstag bis 1 Uhr. Ausrede zum Wildpinkeln ist das freilich keine.

Sechs neue Lampen

Um die dunklen Machenschaften der Freiluftpinkler zu unterbinden, böte sich aber eine stärkere Ausleuchtung an, so Martin L. Auf den Hinweis der bz hat die MA 33 (Wien leuchtet) die Beleuchtung um die U-Bahn-Station kontrolliert: In der Anton-Sattler-Gasse, der Siebeckstraße und dem Donizettiweg wurden insgesamt sechs Lampen getauscht.

„Es sollte jetzt alles wieder gut beleuchtet sein“, sagt Sonja Vicht von der MA 33. „Unser Netz ist so groß, dass wir nicht selbst auf jedes Gebrechen aufmerksam werden. Wir sind auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen." Ob die neuen Leuchten die Erreger öffentlichen Ärgernisses tatsächlich davon abhält, dort ihr Geschäft zu verrichten, bleibt allerdings fraglich. Wenn Ihnen schadhafte Beleuchtung auffällt, verständigen Sie bitte die MA 33 kostenfrei und rund um die Uhr unter Tel. 0800 33 80 33.
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