22.10.2014, 13:48 Uhr

Mehr Freiheit durch zweiten Aufzug

Katharina Pranis und Pepo Meia setzen sich für einen zweiten Aufzug am Stephansplatz ein.

Der Stephansplatz wird von 220.000 Fahrgästen pro Tag mittels U-Bahn angefahren. Darunter auch zahlreiche Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, im Rollstuhl sitzen sowie Eltern mit Kinderwagen.

Für diese Menschen ist die U-Bahnstation Stephansplatz eine besondere Herausforderung, denn es gibt nur einen kleinen Aufzug, der an die Oberfläche führt und vor dem sich zu Stoßzeiten zahlreiche Menschen drängen. Wie wir bei einem Lokalaugenschein selbst beobachten konnten, ist der Aufzug in Dauerbetrieb und wird dabei keineswegs nur von Personen mit körperlichen Einschränkungen genutzt. Eine Tatsache, die Rollstuhlfahrer Pepo Meia, ärgert: "Es gibt leider immer wieder Menschen, die den Lift blockieren und dabei keine Rücksicht darauf nehmen, ob Personen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen anstehen."

Petition für zweiten LIft

Auch Katharina Praniess ist auf den Aufzug am Stephansplatz angewiesen und möchte mit einer kürzlich gestarteten Petition auf die Notwendigkeit einer zweiten Liftanlage aufmerksam machen. Dabei ist es der Initiatorin nur wichtig, dass eine weitere Beförderungsmöglichkeit gebaut wird, nicht jedoch, wo genau diese entsteht. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise am Graben oder in der Goldschmiedgasse neben dem Haas-Haus. Unter Auch die Verantwortlichen der Organisation "Bizeps - Zentrum für Selbstbestimmtes Leben" sprechen sich für einen weiteren Aufzug am Stephansplatz aus und haben die Unterschriftenliste in der Schönngasse 15 bereit gelegt. Unterschreiben kann man auch online: bit.ly/1w8JT2p

Umbau ja, Aufzug vielleicht

Ein kleiner Lichtblick für alle Betroffenen ist der angekündigte Umbau in der U-Bahnstation Stephansplatz ab dem Jahr 2016, in der Hoffnung, dass auch hinsichtlich Aufzug etwas passiert. Dominik Gries von den Wiener Linien dazu: "Da der gesamte Stephansplatz eine Schutzzone darstellt, gab es bei der letzten Betriebsbewilligung 1990 keine andere Möglichkeit, als die Liftanlage ins Haas-Haus zu integrieren. Ob bei einer neuerlichen Umgestaltung eine Variante für eine weitere Liftanlage gefunden werden kann - die einen Kompromiss zwischen Stadtgestaltung, Fahrgastwünschen und baulich/technischen Anforderungen darstellen muss – können wir momentan nicht seriös abschätzen."

Bitte um Mithilfe

Erst im Juli hatte Planungsstadträtin Maria Vassilakou gemeint, dass ein zusätzlicher Aufzug grundsätzlich möglich wäre, aber anhand eines konkreten Projekts geprüft werden müsse. Darauf hoffen alle Menschen mit Behinderung, denen im Fall eines Defekts der Liftanlage nur das Ausweichen auf umliegende U-Bahnstationen bleibt, um zum Stephansplatz zu gelangen. Aktuell werden die Fahrgäste laut Dominik Gries regelmäßig um ihre Mithilfe gebeten: "Was wir laufend machen, ist Bewusstseinsbildung bei den Fahrgästen, die oft knappen Plätze im Aufzug jenen Personen zu überlassen, die den Aufzug auch wirklich brauchen."
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