Erinnerungen
Der Rhein und das Hochwasser

Das Foto, das die Parzelle Wiesenrain während des Hochwassers 1888 rund 70 Zentimeter unter dem Höchstwasserstand zeigt, stammt ursprünglich aus dem Archiv der ÖBB in Innsbruck. Es gelangte wohl dorthin, weil die Bahn frachtfrei Kohle und Lebensmittel zur Unterstützung der Bevölkerung aus den verschiedenen Teilen der Monarchie nach Vorarlberg brachten.
  • Das Foto, das die Parzelle Wiesenrain während des Hochwassers 1888 rund 70 Zentimeter unter dem Höchstwasserstand zeigt, stammt ursprünglich aus dem Archiv der ÖBB in Innsbruck. Es gelangte wohl dorthin, weil die Bahn frachtfrei Kohle und Lebensmittel zur Unterstützung der Bevölkerung aus den verschiedenen Teilen der Monarchie nach Vorarlberg brachten.
  • Foto: Landesbibliothek
  • hochgeladen von Christian Marold

Der Rhein bedroht schon seit Jahrhunderten Lustenau und das gesamte Rheintal

Angesichts der aktuellen Diskussion rund um Rhesi lohnt sich daher ein Blick ins Archiv.

Die geplanten Maßnahmen für eine Verbesserung der Sicherheit dies- und jenseits der Grenzen ist im Gange - ebenso seit Jahren die Planungen für Rhesi. Das Jahrhundertprojekt, das gemeinsam mit der Schweiz gestemmt wird, ist für „halb Vorarlberg“ ein sehr wichtiges, bis zu 900 Millionen Euro könnten sich die Kosten für die Erhöhung der Durchlaufgeschwindigkeit belaufen.

Heuer vor 130 Jahren kam es in Lustenau und dem Rheintal zur großen Katastrophe, als der Damm an zwei Stellen brach. Als Quelle für den Blick auf das Jahr 1888 dienen Aufzeichnungen von Albin Schmid, der aus Lustenau stammte und als zehnjähriger Bub die Überschwemmungen miterlebte, die er 25 Jahre nach dem Ereignis aufzeichnete. Vermutlich begann er 1914 damit, die Ereignisse zu dokumentieren.

Damals zog der Rheinstrom mit brachialer Gewalt über die Felder, der Damm war gleich an mehreren Stellen gebrochen, mitgerissen wurde alles, die Fluten wälzten sich durch Lustenau. In den Häusern stand das Wasser bis zu zwei Meter hoch, die Ernte war vernichtet, Stickmaschinen standen unter Wasser - wochenlang dauerten danach die Aufräumarbeiten. Über die Dämme getreten war damals auch die Dornbirner Ache, der Verkehr in den Region brach zusammen und war nur mit Flößen und Schiffen zu bewältigen, die betroffenen Menschen mussten teils aus den überschwemmten Häusern gebracht und mit Lebensmitteln versorgt werden. In Lustenau erhielten die Bürger Kohle, Mais und Kartoffeln von der Marktgemeinde zum Einkaufspreis, um überleben zu können. Glück im Unglück: Beim Hochwasser starb nur ein Mensch.
Das Projekt Rhesi ist so ausgelegt, dass ein 130-jähriges Hochwasser keine Schäden im ganzen Rheinalt anrichten kann und ist über einen langen Zeitraum und mit einer Bauzeit von 20 Jahren vorgesehen.

Autor:

Christian Marold aus Feldkirch

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