06.10.2014, 13:00 Uhr

Aktiv werden gegen den Winterblues

Wenn die genannten Symptome regelmäßig in jedem Winter wiederkehren und im Frühjahr vollkommen – entweder ganz plötzlich oder schrittweise – mit der Zunahme des Sonnenlichts verschwinden, handelt es sich vermutlich um eine Winterdepression. (Foto: Mesi)

Wenn der Himmel ab dem Herbst tagelang wolkenverhangen ist, schlägt das vielen auf das Gemüt – bei manchen Menschen so sehr, dass daraus ein regelrechtes Gemütstief wird

BEZIRK (medu). Die Saisonal abhängige Depression (SAD) – auch Winterdepression genannt. Sie wird dem jahreszeitlich bedingten Lichtmangel zugeschrieben. Dadurch verändert sich das Zusammenspiel von Hormonen und Organen, die einen mehr oder weniger ausgeprägten 24-Stunden-Rhythmus haben. Neben diesem biologischen Zeitgeber Licht werden auch die sozialen wie Ernährung, Bewegung, Kontakte gestört. Die Betroffenen leiden insbesonders in den Wintermonaten unter Symptomen wie zB Antriebslosigkeit, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, deutlich vermindertem Interesse oder vermindertem Empfinden von Freude, Verlust des Selbstwertgefühls, Schlafproblemen oder Heißhunger auf Süßigkeiten.
Und ab wann wird aus einer Stimmungsschwankung eine Winterdepression? „Die Diagnose SAD kann nach fünf Wintern gestellt werden, in denen die Symptome mindestens dreimal aufgetreten sind“, erklärt Mag. Ingeborg Luise Meister, Psychotherapeutin aus Marchtrenk, und „Meist fällt die Erkrankung dem persönlichen Umfeld eher auf, als dem Betroffenen selbst“, so die Spezialistin weiter.
Scheuen Sie sich nicht: Sprechen Sie mit einem psychiatrischen Facharzt. Er kann eine genaue Diagnose stellen, andere Erkrankungen ausschließen und gegebenenfalls therapeutische Maßnahmen einleiten. „Man gewinnt an Lebensqualität, wenn man bewusst und gezielt etwas dagegen tut“, so das Argument von Frau Meister.
Werden Sie aktiv!
Studien belegen den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Depression. Wer aktiv ist und es auch mit zunehmendem Alter bleibt, kann sich vor dem Seelentief schützen. Täglich eine Stunde im Freien zu verbringen, versorgt uns auch bei tristem Wetter mit ausreichend Licht, um dem Winter-Blues ein Schnippchen zu schlagen. „Gestalten Sie vielleicht mal den Arbeitsweg so, dass Sie mindestens 20 Minuten flott gehen“, rät Frau Mag. Meister. Rituale zu pflegen – ob allein oder mit Freunden – geben ebenfalls eine gute Hilfe bei Stimmungsschwankungen. Und trotz Rückzugstendenz: wöchentliche Termine zum Tratsch oder Sport fördern das seelische Wohlbefinden und geben Sicherheit und Beständigkeit im Alltag.
Gegen Depressionen sind auch Kräuter gewachsen: das Johanniskraut sowie das Griechische Eisenkraut. Beide hemmen die Produktion des müde machenden und stimmungsdämpfenden Melatonins und verzögert den Abbau des stimmungsaufhellenden Serotonins. Wegen möglicher Wechselwirkungen sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Die vermehrte Aufnahme von Mineralstoffen wie Eisen, Kalium und Magnesium sowie Vitamin D-Gaben wirken unterstützend.
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