25.01.2018, 00:00 Uhr

Spezielles Ticket für Teilzeitpendler nach Linz wird gefordert

Pendlerei nach Linz sei für Teilzeitarbeitskräfte ein teurer Spaß, finden ÖAAB Eferding und Mühlviertler Pendlerallianz. (Foto: LILO)

ÖAAB Eferding und Mühlviertler Pendlerallianz wollen Fahrkarten-Alternative für Teilzeitpendler.

BEZIRKE (jmi). Wie lange müssen Sie arbeiten, um ihre Fahrtkosten zu zahlen? Wer mit der Linzer Lokalbahn (LILO) von Eferding nach Linz fährt, zahlt hin und zurück 13,40 Euro (inklusive Kernzonenaufpreis). Die Wochenkarte kostet 28,30 Euro. Das ist zuviel – in erster Linie für Teilzeitarbeitskräfte, sind sich ÖAAB Eferding und Mühlviertler Pendlerallianz einig. Ihr Vorschlag: ein spezielles Ticket als Punkte- oder Abreißkarte. „Wir werden immer wieder auf diese Thematik angesprochen. Ich sehe hier ein psychologisches Problem: Man will das Gefühl haben, nur das zu zahlen, was man braucht – und denkt, ein Wochenticket zahle sich nicht aus“, erklärt Herbert Kubasta, Geschäftsführer des OÖ Verkehrsverbunds (OÖVV). Machbar sei das Ganze aus technischen Gründen nicht. In Linz bestehen bereits Magnetkarten, diese funktionieren aber wiederum nicht für den Regionalverkehr. Zudem fehlen Strukturen in Haltestellen und in unbegleiteten Zügen.

"Nicht über Tarife lösbar"


"Dass Teilzeitkräfte verhältnismäßig wenig verdienen ist ein arbeitspolitisches Thema. Das können wir mit Tarifen nicht lösen", so Kubasta. Das will ÖAAB-Eferding-Obmann Mario Hermüller nicht gelten lassen: „Da geht’s nicht ums Verdienen. Da müsste man dann Löhne generell raufsetzen. Die Leute wollen nichts geschenkt haben, aber eine Alternative zur Wochenkarte, die einzeln günstiger ist als ein Einzelticket.“ Und Michael Hammer, Sprecher der Mühlviertler Pendlerallianz, betont: "Es muss doch möglich sein, spezielle Punktekarten zu machen. Netto bleibt in der Teilzeitarbeit weniger übrig. Da wollen wir schon dranbleiben." Hermüller wünscht sich ein Pilotprojekt, denn: "Das bringt dem Verkehrsverbund auch viele neue Kunden. Und der Linzer Verkehr wäre besser entlastet." Einen kleinen Effekt hatten die Gespräche zwischen Verkehrsverbund, ÖAAB und Pendlerallianz vielleicht bereits. Der ÖVV arbeitet bereits an einem Handyticketing mit Rabattsystem für Mehrfahrer. Aber Kubasta warnt vor: „Ermäßigungen sind hier mit zehn Prozent auf die Einzelfahrt geplant. Das wird es möglicherweise Enttäuschungen geben.“

Statements zum Thema Teilzeit-Ticket:

"Wenn jemand nur zwei Tage nach Linz pendelt, liegt ein Wochenticket die restlichen fünf Tage sinnlos herum. Unsere Idee ist ein Abzwickticket oder ein Fahrkarten-Block zum Herunterreißen. So würde auch der Verkehrsverbund neue Pendler dazugewinnen."
Mario Hermüller, ÖAAB Eferding und Kammerrat der Arbeiterkammer OÖ

"Das ist kein Problem des Verkehrs. Wir können nichts dafür, dass Teilzeitkräfte ein verhältnismäßig schlechtes Einkommen haben. Wenn von weit her gependelt wird – sprich acht, neun Zonen – frisst es noch mehr vom Lohn. Das können wir aber über Fahrkartentarife nicht lösen."
Herbert Kubasta, Geschäftsführer des OÖ Verkehrsverbund

"Die Argumentation des Verkehrsverbunds war immer, dass die Umsetzung für ein solches Ticket zu kompliziert sei. In unserer hochtechnisierten Zeit müsste es aber doch möglich sein, eine Punktekarte mit einer gewissen Anzahl von vergünstigten Fahrten zu machen."
Michael Hammer, Sprecher der Mühlviertler Pendlerallianz
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