13.09.2014, 11:29 Uhr

Naturgarten anlegen

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Mehr Natur im Garten - nicht nur auf dem Land ein Trend, dem eine steigende Anzahl von Menschen folgen möchte. Auf dem Land kann der Naturgarten eine willkommene Abwechslung zu den eintönigen Ackerflächen rundum bieten, in der Stadt soll und kann der Naturgarten wieder mehr Natur in die Stadt bringen. Nachfolgend wird Ihnen der Weg skizziert, wie Sie einen Naturgarten anlegen, gestalten und bepflanzen.

Wenn Sie einen Naturgarten anlagen möchten, gehört unbedingt dazu, dass Sie diesen Naturgarten richtig bepflanzen. Richtig heißt, mit Pflanzen, die in einen Naturgarten gehören oder zumindest nicht vollkommen störend aus dem Rahmen fallen

1) Erst wenn der Boden stimmt, kann er naturgemäß bepflanzt werden, um eine Bodenanalyse kommen Sie vor Bepflanzung eines Naturgartens wirklich nicht herum.

2) Der Naturgarten wird mit verschiedensten Pflanzen bunt durcheinander bepflanzt, in der Natur werden Sie nie keine Monokultur finden.

3) In der Natur bilden sich vielmehr aus gutem Grund Pflanzengesellschaften, innerhalb derer jede Pflanze mit ihrem Nachbarn eine bestimmte, sinnvolle Beziehung eingeht.

4) Dazu müssen Sie kein kompliziertes Puzzle an Bepflanzungsplänen erarbeiten, die bestimmte Pflanzen kombinieren, denn:

5) In den Naturgarten gehörten vor allem einheimische Pflanzen, am besten sogar Pflanzen, die genau in Ihrer Gegend heimisch sind.

6) Von diesen einheimische Pflanzen möglichst ursprüngliche Wildformen, keine "genetisch verkrüppelten" Hybriden.

7) Diese Pflanzen werden dorthin gepflanzt, wo sich ihnen im Garten der beste Standort bietet, je nach ihren Bedürfnissen.

Wenn Sie so vorgehen, ergibt sich von ganz alleine eine Bepflanzung mit geeigneten Pflanzen, die förderliche Wirkungen aufeinander ausüben. Je neugieriger Sie sind, desto mehr alte, fast vergessene Arten werden Sie aufspüren und in Ihrem Garten ansiedeln, so helfen Sie nicht nur, einen artenreichen Naturraum zu erhalten, sondern tun alles dafür, dass sich in Ihrem Naturgarten ein stabiles und widerstandsfähiges Ökosystem entwickelt.

Einen neuen Garten zum Naturgarten machen

Wenn es darum geht, die Fläche vor einem gerade neu gebauten Haus zum Naturgarten zu machen, sind Sie vollkommen frei bei der Gestaltung, hier geht es eher darum, nicht zu schnell vorzugehen:

1) Vor der Gartenanlage steht hier zunächst die Vorbereitung des Bodens, je nach Zustand in mehreren Schritten. Artikel zur Gartenvorbereitung auf einem Neubaugrundstück finden Sie im Internet.

2) Während Sie diese Grundlage schaffen, können Sie bereits an die Auswahl der Pflanzen gehen, vornehmlich Pflanzen, die genau in Ihrer Region heimisch sind.

3) Wenn Sie neugierig sind und einen gesunden Hang zum Abenteuer haben, werden Sie versuchen, Pflanzen zu bekommen, die vor dem Aussterben bewahrt werden sollen, und so zum Erhalt der Artenvielfalt in Ihrer Region beitragen.

4) Es gibt viele Quellen, wo Sie solche Pflanzen bekommen könnten: In Standgärtnereien und Botanischen Gärten (Wiederansiedlungsprojekte!), von an guter Lebensqualität interessierten Nachbarn, von Vereinen und Tauschbörsen, die sich dem Erhalt der Artenvielfalt verschrieben haben, all diese Quellen versprechen auch eine recht preiswerte Pflanzen- oder Samenbeschaffung.

5) Natürlich gibt es auch Fachgärtnereien, die sich um Erhalt der Pflanzenvielfalt kümmern, und SamenKits, die die Artenvielfalt fördern, gibt es sogar im nächsten Bio-Supermarkt.

Warum ein Naturgarten Sie gesund erhält

Sie könnten allen Informationsquellen glauben, die Ihnen versichern, dass es überhaupt kein Problem sei, wenn Sie Ihre Pflanzen und damit auch Ihren Gartenboden jeden Frühling mit den verschiedensten Chemiekeulen besprühen. Auch wenn in fast allen Unkrautvernichtern Glyphosat enthalten ist (und der Rest auch nicht unbedingt gesünder ist). Auch wenn Glyphosat gerade (April 2014) wieder durch die Medien geistert, weil es im Verdacht steht, Krebs und andere hässliche Krankheiten auszulösen. Auch wenn der Bundesrat deshalb fordert, den Einsatz einzuschränken. Auch wenn unsere französischen Nachbarn bei Landwirten Parkinson als durch Pestizide verursachte Berufskrankheit anerkennen. Auch wenn seit Jahren immer wieder Untersuchungen gemacht und veröffentlicht werden, die Glyphosat in Lebensmitteln und Futtergetreide, Getreideprodukten des täglichen Verzehrs und - logisch nur folgerichtig - im Urin von Menschen nachweisen. Ob eine laufende Glyphosat-Aufnahme in kleinen Mengen Menschen schadet, ist noch nicht wissenschaftlich untersucht...

Fazit: Der Naturgarten ist nicht umsonst momentan so sehr im Kommen - mehr Natur im Garten bedeutet weniger Gartenarbeit für Sie und bringt Ihnen höchstwahrscheinlich auch noch mehr Gesundheit.

Erfahren Sie alles über die naturnahe Gestaltung und Pflege des Gartens im Gartenpraxis-Magazin von Gartenlexikon.de.
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