Sonja Flandorfer aus Neufeld
Die „coolste“ Frau Österreichs

Sonja Flandorfer mit Wim Hof bei der Ausbildung bei minus 15 Grad Celsius: „Wir Frauen durften zumindest ein Oberteil tragen.“
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  • Sonja Flandorfer mit Wim Hof bei der Ausbildung bei minus 15 Grad Celsius: „Wir Frauen durften zumindest ein Oberteil tragen.“
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  • hochgeladen von Hannes Gsellmann

Interview mit Sonja Flandorfer aus Neufeld, einzige österreichische Kältetrainerin nach Wim Hof

Was bewegt jemandem zu dem Schritt, Kältetrainerin zu werden?
Sonja Flandorfer: „Wenn du immer mehr Schichten an hast als alle anderen und deine Freunde bei einem Treffen als erstes sagen: ,Na Sonja, hast eh dein Westerl mit?', dann weiß man, es ist Zeit, dagegen etwas zu unternehmen. Ich beschäftige mich seit über 15 Jahren mit Mind Management – wusste also, dass es ,nur' ein Schalter im Kopf ist, den man umlegen muss. Doch es ist gar nicht so einfach, diesen zu finden.“

Gab es auch einen konkreten Anlass?
„Nachdem mir das Leben dann immer wieder Wim Hof, besser bekannt als ,The Iceman', präsentierte und sogar so nah, dass ich ihn persönlich kennenlernte, war mir klar. Das ist mein Weg hinaus aus dem ewigen Frieren.”

Wie sah Ihre Ausbildung aus?
„Kalt! Ich fing nach einem Treffen mit Wim Hof an, seinem Videokurs zu machen. Atmen, Dehnen, kalt duschen! Es war, um ehrlich zu sein, die Hölle. Nach und nach fand ich jedoch enormen Gefallen an der Kälte. Darauf folgten weitere Kurse bei Wim Hof – Unmengen an Theorie und Praxis – bis zum Masterkurs.“

Wie war dieser Masterkurs?“
„Eine Woche Kälte pur. Auf eine schriftliche Prüfung folgte Spazieren gehen im Badeanzug bei null Grad, zur Abkühlung kurz in einen Fluss springen, ohne sich danach abzutrocknen. Die Abschlussprüfung bestand darin, auf den Mount Sniezka (Schneekoppe), wo es am Gipfel -15 Grad Celsius hatte, nur in Shorts und Schuhen zu gehen. Naja, wir Frauen durften uns auch oben bedecken.“

Wim Hof kennt man vom TV-Gerät – Wie „cool“ ist er?
„Er ist der authentischte Mensch, den ich je getroffen habe. Er will die Welt verändern und genau das tut er auch. Seine Vision ist, dass die Menschen glücklicher, gesünder und stärker (innere Stärke, Anm.) werden.“

Und wie „cool“ im Vergleich sind Sie?
„Ich werde immer ,cooler'. Ich agiere in Stressituationen viel ruhiger, bin fokussierter, innerlich stärker und kann super mit Kälte umgehen. Außerdem bin ich derzeit die einzige weibliche Wim Hof Instructorin Österreichs und das finde ich schon ziemlich cool.“

Kältetherapie, das hört sich vor allem nach Schmerzen an! Wie weh tut’s wirklich?
„Das kommt auf dein Mindset an. Auf ein Eisbad wird man sehr lange vorbereitet. Unter anderem mit der grandiosen Atemtechnik, die leider in der Kommunikation nach außen immer wieder ein bisschen zu kurz kommt. Viele haben Angst davor, doch bis jetzt hat es noch jeder geschafft.“

Wie sieht die Therapie aus?
„Die Wim Hof Methode besteht aus drei Komponenten. Mindset, Atmen und Kälte! Sie beginnt mit einer Stunde Theorie. Darauf folgt das Erlernen der Atemtechnik. Die Meisten sind überrascht, was ,nur atmen' alles bewirken kann. Danach geht es ins berühmte Eisbad. Der Workshop ist nur der erste Schritt. Danach geht's darum, die Methode Schritt für Schritt in den Alltag zu integrieren.“

Welche Vorteile bringt diese Therapie?
„Um nur einige aufzuzählen: entzündungshemmend, schmerzlindernd oder entspannend. Jeder kennt Kneippen mit kalten und warmen Becken. Die Therapie ist Extremkneippen ohne den warmen Teil. Das Eisbad hat um die 0 Grad, manchmal plus 1 Grad, im Winter auch mal minus 4 Grad. “

Welche Vorbereitung ist nötig, um ins Eisbad zu steigen?
„Wenn man es das erste Mal macht, sollte man sich wirklich von einem Instructor leiten lassen.“

Apropos Eisbad – das kennt man aus dem Profisport nach Wettkämpfen. Besteht hier ein Zusammenhang?
„Ja, absolut! Die Kälte ist enorm gut für die Regeneration der Muskeln. Auch die Gelenke profitieren. Ich habe schon mit Profifußballern gearbeitet, die ja bekanntlich nur mit den Beinen ins Eiswasser steigen. Den ganzen Körper ins Eisbad zu tauchen, war auch für sie eine Herausforderung.“

Wie wird Ihr Engagement als Kältetrainerin im privaten Umfeld aufgenommen?
„Nach dem anfänglichen ,Die Sonja hat schon wieder eine verrückte Idee', inzwischen sehr sehr gut. Meine ganze Familie außer meiner Tochter war schon im Eisbad. Meine Tante mit ,24/7 Schmerzen' in den Hüftgelenken war nach dem Workshop für 1 Woche schmerzfrei. Und sie würde es weiter sein, wenn sich doch nur zu Hause weitermachen würde.“

Sonja Flandorfer mit Wim Hof bei der Ausbildung bei minus 15 Grad Celsius: „Wir Frauen durften zumindest ein Oberteil tragen.“
Eisbäder werden auch von Sportlern genutzt und dienen zur Regeneration

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