Direktoren zur Neuregelung
Herbstferien: „Nicht das Gelbe vom Ei“

Fixiert: rund um den Nationalfeiertag werden die Schulklassen in Zukunft leer bleiben.
  • Fixiert: rund um den Nationalfeiertag werden die Schulklassen in Zukunft leer bleiben.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Hannes Gsellmann

BEZIRK EISENSTADT. Vergangene Woche wurden sie fixiert – die Herbstferien. Ab 2020 werden österreichweit die Schulklassen um den 26. Oktober geschlossen bleiben. Die Gesamtzahl der freien Schultage bleibt gleich, denn für die Herbstferien werden die freien Dienstage nach Ostern und Pfingsten „geopfert“.

„Kein Haar in der Suppe“

„Ich sehe kein wirkliches Haar in der Suppe“, so Bildungsminister Heinz Faßmann bei der Präsentation der einheitlichen Herbstferien. Sehr genau dürfte er nicht hingesehen haben – denn Schulleiter heimischer Schulen sehen in den einheitlich freien Tagen im Herbst nicht die Optimallösung, orten vor allem aus didaktischer Sicht Schwächen dieser Lösung.

Zu knapp an Sommerferien

„Die Herbstferien sind viel zu knapp nach den Sommerferien. Gerade jüngere Schüler sind im ersten Semester noch belastbarer. Nun kommen sie gerade ins Lernen und werden gleich wieder unterbrochen“, so Rita Stenger, die Direktorin der Siegendorfer VS und NMS. „Wir haben Herbstferien bisher nie forciert, außer sie haben sich aufgrund der Feiertags-Situation aufgedrängt“, so die Direktorin, die den Plänen auch wirtschaftlich nichts abgewinnen kann: „Urlaub im Herbst wird teurer werden. Denn was bisher Zwischensaison war, wird zur Hauptsaison werden.“

Positive Aspekte

Stenger will den Herbstferien aber nicht nur Negatives abgewinnen: „Kinder aus verschiedenen Schulen haben gleichzeitig frei, das ist sicher eine gute Sache.“ In Siegendorf war das ohnehin beinahe immer der Fall. „VS und NMS sprechen sich über die schulautonomen Tage immer ab.“
Die Kinderbetreuung wird mit den zusätzlichen längeren Ferien für Eltern wohl nicht einfacher werden – in den beiden Siegendorfer Schulen wird deswegen nun auch im Herbst Ferienbetreuung angeboten.

Herbstferien seit über zehn Jahren

Betreuungsprobleme gibt es in der BHAK/BHAS in Eisenstadt keine. „Unsere Schüler befinden sich in einer Altersstufe, wo das keine Rolle mehr spielt“, erklärt Dir. Johanna Dorner-Resch. Allgemein wird sich für die HAK in Eisenstadt im Grunde mit der neuen Regelung nicht viel ändern. „Bei uns gibt es die Herbstferien seit über zehn Jahren. Bisher wurden sie immer im Schulgemeinschaftsausschuss beschlossen und von allen geschätzt“, erklärt die Direktorin, dass ihr Team damit bisher gute Erfahrungen gemacht hat.

Enorme Preiserhöhungen

Gut mit der bisherigen Lösung hätte auch Josef Mayer, Direktor des Gymnasiums der Diözese in Eisenstadt, leben können. Für ihn persönlich sind sie kein absolutes Muss. „Als negative Konsequenzen der Einführung sehe ich nicht nur die pädagogische Komponente, sondern auch die wirtschaftliche. Diese eine Woche wird zur Hochsaison stilisiert werden, was auch enorme Preiserhöhungen zur Folge haben wird“, erklärt der Wolfgarten-Direktor, warum er die Entscheidung für Herbstferien nicht „für das Gelbe vom Ei“ hält.

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