Teilabriss des Meierhofes in Eisenstadt
Neues Ärztezentrum ist geplant

Auf dem Gelände des ehemaligen Meierhofes in Eisenstadt – unweit des Schlosses und in Sichtweite zum Schlossquartier – sind derzeit die Bagger zugange. Bei den Arbeiten handelt es sich um bauvorbereitende Maßnahmen.  In Zukunft sei hier ein neues Ärztezentrum geplant.

EISENSTADT. In der vergangenen Woche wurden bauvorbereitende Maßnahmen durchgeführt und Teile des unter Fürst Paul Esterházy vor rund 300 Jahren entstandenen Meierhofes abgetragen. „Das Areal, auf dem sich derzeit Parkplätze und Wirtschaftsgebäude von Esterhazy befinden, soll im Sinne einer Stadtteilentwicklung aufgewertet werden. Es ist mit einem Ärztezentrum und Generationenwohnungen als Erweiterung des Schlossquartiers zu sehen und soll dessen Synergien, aber auch die Nähe zum Schlosspark nutzen", berichtet Barbara Wagner-Gmeiner von den Esterazy Betrieben.

Wie auch bei anderen Projekten, haben die Esterhazy Betriebe einen Generalplaner-Wettbewerb ausgeschrieben. Derzeit befinde man sich noch in einer Planungsphase, mit einem Baustart sei in den kommenden drei Jahren zu rechnen. Laut Informationen der Stadtgemeinde wurde derzeit noch kein Bauprojekt eingereicht. Der Baustopp gelte in diesem Gebiet nicht. 

“Charakter des Gebäudes wurde zerstört"

Peter Adam, Leiter der Burgenland-Abteilung des Bundesdenkmalschutzes, zeigt sich über den Teilabriss schockiert: „Ich habe mehrere Gespräche geführt, um einen Teilabriss zu verhindern, leider vergebens. Mit großem Bedauern muss ich diese Entscheidung zur Kenntnis nehmen, da nur Teile des Meierhofes unter Denkmalschutz standen und somit der Teilabriss rechtlich in Ordnung ist. Trotzdem ist die Entscheidung der Esterhazy meiner Meinung nach eine Tragödie. Der Charakter des Gebäudes wurde so zerstört." Auch wenn einige Teile nicht unter Denkmal standen, seien sie laut Adam trotzdem historisch wertvoll gewesen. Der alte Meierhof gelte als Keimzelle des historischen Barockbaus in Eisenstadt.

Gefahr im Verzug

„Im Sinne des Stiftungsauftrages sorgen wir natürlich dafür, dass historische Denkmäler erhalten, ausgebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude des Meierhofs wie Granarium, Torbogen und Kapelle werden dementsprechend bei einem zukünftigen Immobilienprojekt integriert, um die historisch wertvolle Substanz auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Für die abgerissenen, stark baufälligen Gebäudeteile gibt es rechtsgültige Abbruchbescheide, hier war Gefahr im Verzug", erklärt Wagner-Gmeiner.

Beschluss von 1995

Das Bundesdenkmalamt hat im Jänner 1995 durch einen Bescheid die Kapelle, das Granarium und den Tortrakt des Meierhofs unter Denkmalschutz gestellt. „Im Zuge der vorangegangenen sachverständigen Prüfung wurde festgestellt, dass die Anlage hauptsächlich durch den mächtigen Bau des Granariums, den barocken Zentralbau der Kapelle und den Tortrakt mit dem wappengeschmückten Portal dokumentiert wird. Den Flügelbauten wurde zwar ein Stellenwert für die Struktur der Anlage beigemessen, hinsichtlich ihrer Substanz wurden diese allerdings als verändert und nicht ausreichend bedeutend im Sinne des Denkmalschutzgesetzes qualifiziert. Diese Teile wurden daher von der Unterschutzstellung ausgenommen", berichtet Andrea Böhm vom Bundesdenkmalschutz. Der Bescheid des Bundesdenkmalamtes ist in Rechtskraft erwachsen.

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