Sektkellerei Schlumberger
ÖVP Müllendorf will Volksabstimmung wegen sieben Metern

Der mittlerweile abgelöste Vorstandsvorsitzende Eduard Kranebitter hat vor rund zwei Jahren die Betriebsansiedlung von Schlumberger in Müllendorf bekannt gegeben.
  • Der mittlerweile abgelöste Vorstandsvorsitzende Eduard Kranebitter hat vor rund zwei Jahren die Betriebsansiedlung von Schlumberger in Müllendorf bekannt gegeben.
  • Foto: Schlumberger
  • hochgeladen von Franz Tscheinig

MÜLLENDORF. Weil die Sektkellerei Schlumberger im Rahmen ihrer Betriebsansiedlung in Müllendorf einen 33 Meter hohen Lagerturm bauen will und dieser die gesetzliche maximale Bauhöhe von 26 Metern um sieben Meter überschreiten würde, will die ÖVP Müllendorf nun eine Volksabstimmung initiieren. Dafür bräuchte sie die Unterstützung von 25 Prozent der wahlberechtigten Müllendorfer. Konkret gehe es bei der Abstimmung um eine Bebauungsrichtlinie, die in einer Gemeinderatssitzung seitens der SPÖ und gegen den Willen der ÖVP aufgeweicht worden sei, erklärt ÖVP-Pressesprecher Thomas Ranits. 

"Unser Ortsbild bewahren"

Man habe bereits genügend Unterschriften gesammelt, um in den Fristenlauf für eine Volksabstimmung zu starten, sagt Gemeindeparteiobmann Berthold Pavitsich (ÖVP) in einer Aussendung. „Uns ist es wichtig, unser Ortsbild am Südwestrand des Leithagebirges zu bewahren. Ebenso sind uns der Erhalt und der Zuwachs von Arbeitsplätzen in Müllendorf wichtig. Das muss auch ohne Änderung der bestehenden baulichen Höchstgrenzen möglich sein.“

"Könnte schwerwiegende Folgen haben"

Neue Betriebsbauten im Industriegebiet dürften sich nicht negativ auf das Ortsbild und die Lebensqualität in Müllendorf auswirken, fordert Pavitsich. "Das Anheben der maximalen Bauhöhe um sieben Meter könnte schwerwiegende Folgen haben und Tür und Tor für immer höhere Bauprojekte in Müllendorf öffnen."
Unterstützung erhält die ÖVP Müllendorf von Bezirksparteiobmann Christoph Zarits: "Natürlich sind Betriebsansiedlungen wichtig, aber dazu müssen auch die entsprechenden Vorgaben eingehalten und die Vor- und Nachteile gut geprüft werden." Auch Landesparteiobmann Thomas Steiner halte es für wichtig, "jedes große Bauvorhaben genau zu prüfen" und die Bürger bei solchen Entscheidungen einzubinden. 

Kritik von der SPÖ

Kritik am Vorgehen der ÖVP Müllendorf gibt es seitens der SPÖ. Denn dass nun versucht werde, "das Projekt zu torpedieren und mit einer Volksbefragung zu kippen", sei für SPÖ Bezirksvorsitzende Astird Eisenkopf nicht nachvollziehbar. Schließlich investiere das Unternehmen 70 Millionen in den neuen Standort und schaffe bis zu 150 neue Arbeitsplätze, was auch ein wichtiger Meilenstein für eine weitere erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung des Bezirks sei. "Ich appeliere an die Vernunft der ÖVP, denn mit derartigen Verhalten schadet sie dem Wirtschafsstandort Burgenland massiv und gefährdet zusätzlich noch hundert Arbeitsplätze", so Eisenkopf.

"Parteipolitischer Missbrauch"

Auch SPÖ-Arbeitrsmarktsprecher Robert Hergovich hält nicht viel von der geplanten Volksabstimmung: „Ich bin grundsätzlich ein Anhänger von Volksbefragungen. Sie aber parteipolitisch zu missbrauchen, ist inakzeptabel. Verantwortungsvolle Politik sieht völlig anders aus." Mit solchen "parteipolitischen Spielchen" könne man Investoren abschrecken, befürchtet Hergovich.  

Turm in Senke

Bürgermeister Werner Huf (SPÖ) befindet sich derzeit im Urlaub und war daher nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Vizebürgermeister Norbert Rauhofer (SPÖ) sagte gegenüber dem ORF Burgenland, er könne die Aufregung nicht verstehen, da der Standort in einer Senke gebaut werde, wo diese Erhöhung nicht auffallen würde. Außerdem habe sich das Unternehmen alle Genehmigungen vom Land eingeholt.
Seitens des Unternehmens Schlumberger gab es bis dato keine Stellungnahme zur geplanten Volksabstimmung. Man hoffe aber, dass mit dem Bau wie geplant im kommenden Sommer gestartet werden kann.

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