Neusiedler See
Orbán-Vertrauter soll Zuschlag für See-Zufluss erhalten haben

Der Kanal soll nicht direkt in den See, sondern in den Seewinkel münden. Dadurch soll das Grundwasser und in weiterer Folge auch der Neusiedler See mit dem Donau-Wasser gespeist werden.
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  • Der Kanal soll nicht direkt in den See, sondern in den Seewinkel münden. Dadurch soll das Grundwasser und in weiterer Folge auch der Neusiedler See mit dem Donau-Wasser gespeist werden.
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  • hochgeladen von Franz Tscheinig

Ungarischen Medienberichten zufolge soll das Unternehmen des Orbán-Vertrauten Lőrinc Mészáros den Zuschlag für die Errichtung des umstrittenen Donau-Zuflusses zum Neusiedler See erhalten haben. Mészáros ist auch der Betreiber des Bauprojektes in Fertörakos.

Sind Sie für einen See-Zufluss mit Wasser von der Moson-Donau?

NEUSIEDLER SEE. Ziel sei es, Bewässerungsmöglichkeiten für nicht bewässerte landwirtschaftliche Flächen in Ungarn und in Österreich durch den Bau eines 14 Meter breiten und 12 Kilometer langen Kanal zu ermöglichen. Der Hauptbewässerungskanal, der Wasser von der Moson-Donau abzweigt, soll mit dem Einser-Kanal verbunden werden. Dadurch soll das Grundwasser und in weiterer Folge auch der Neusiedler See mit dem Donau-Wasser gespeist werden.

Beteiligung von Land Burgenland

Das Projekt wird auch aus EU-Geldern und vom Land Burgenland mitfinanziert. Dies gab Landesrat Heinrich Dorner bei einer Pressekonferenz im März bekannt (die Bezirksblätter berichteten). Das Land wurde aber noch nicht über eine Vergabe in Kenntnis gesetzt: „Wir haben auch nur aus Zeitungsberichten erfahren, dass es zu einer Vergabe gekommen sein soll. Sollte ein Zuschlag vergeben worden sein, brauchen wir die genauen Kosten des Projektes, damit wir wissen, wie hoch unsere Beteiligungskosten sind. Ab Montag haben wir eine Sitzung der Gewässerkommission in Ungarn. Da werden wir auch dieses Thema ansprechen", berichtet Christian Sailer vom Hauptreferat Wasserwirtschaft.

Warnung von Umweltschützer

Wegen dieser Wasserzufuhr aus der Monson-Donau sind Umweltschützer empört, die chemische Zusammensetzung des Wassers sei unterschiedlich mit der des Neusiedler Sees. Eine Zuleitung würde laut Naturschützer den Neusiedler See irreparabel schädigen. „Das Seewasser hat eine spezielle Chemie. Sollte zu viel weiches Donauwasser in den See gelangen, würde er noch schneller verlanden. Der See ist ein ökologisches System, greift man massiv ein, hätte dies massive ökologische Folgen für die Natur und Vogelwelt", so Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur.

„Durch die Dotierung des Neusiedler Sees mit Wasser aus Flüssen könnte der Chemismus des Steppensees zu Ungunsten des hochsensiblen Ökosystems mit seiner speziellen Fauna und Flora verändert werden. So könnten z.B. die auf Salzböden spezialisierten Salzpflanzen beeinträchtigt werden, die ihrerseits wiederum für bestimmte Fauna-Arten eine wichtige Nahrungsquelle darstellen", berichtet Christian Schuhböck von der „Alliance for Nature“.

Positives Urteil für Verwendung

Experte Georg Wolfram von der DWS Hydro-Ökologie GmbH hält nach Untersuchung der chemischen Eigenheiten „das Wasser für geeignet und eine Zufuhr unter Einhaltung bestimmter Bedingungen und des Ausmaßes der Dotation für möglich“.
Über eine Verlängerung zur österreichischen Grenze könnten je nach Jahreszeit 1 bis 3,5 Kubikmeter pro Sekunde fließen, erklärt Sailer. Man habe ein positives Urteil zur Verwendung dieses Wassers, allerdings nur unter Berücksichtigung einiger Faktoren. So müsse man genau kontrollieren, wie viel Wasser dem See zugefügt würde.

Bewässerung landwirtschaftlicher Fläche

Kritik kommt auch auf der ungarischen Seite bezüglich des landwirtschaftlichen Wasserbedarfs: In der Region betreibe die „Lajta-Hanság Zrt.“, an der Mészáros beteiligt sein soll, eine rund 13.000 Hektar große landwirtschaftliche Fläche. Die Bewässerung dieser sei auch ein Grund für den sinkenden Grundwasserspiegel.

Die Hitzewelle und ihre Auswirkungen für Natur und See
Donau-Wasser soll Neusiedler See und Seewinkel speisen
Der Kanal soll nicht direkt in den See, sondern in den Seewinkel münden. Dadurch soll das Grundwasser und in weiterer Folge auch der Neusiedler See mit dem Donau-Wasser gespeist werden.
Der in Ungarn bestehende 10 km lange Bewässerungskanal in Richtung Hanság, der Wasser aus der Moson-Donau zur landwirtschaftlichen Bewässerung Richtung Westen bringt, soll um ca. 12 km  verlängert werden. Ein weiterer Kilometer wird vom Land Burgenland finanziert.

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