Großprojekt am Neusiedler See
Was wird in Fertörakos gebaut?

Wolfgang Pelikan und Christian Schuhböck luden zu einem grenzübergreifenden Gespräch zum Bauprojekt in Fertörakos, nach Mörbisch.
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In Fertörakos ist ein Mega-Projekt geplant, für das teilweise bereits gebaut wird. Angeblich soll dort ein touristisches Großprojekt entstehen. Auch auf der österreichischen Seite des Sees werden große Auswirkungen durch das Projekt befürchtet.

MÖRBISCH AM SEE. Dass in Fertörakos, am Ufer des Neusiedler Sees gebaut werden soll, ist schon länger bekannt. Doch über genaue Pläne weiß bis jetzt zumindest auf österreichischer Seite niemand so richtig Bescheid.
Wolfgang Pelikan, Vorsitzender des nationalen Ramsar-Komitees und Christian Schuhböck, gerichtlich zertifizierter Sachverständiger mit Spezialisierung auf Welterbe und Nationalparks, luden deshalb zu einer grenzübergreifenden Diskussion zwischen Ungarn und Österreich, nach Mörbisch ein.

Kaum Informationen

Und die Einladung wurde von vielen angenommen, neben Vertretern des ungarischen Vereins "Freunde des Neusiedler Sees", war auch Landtagsabgeordnete Regina Petrik (Grüne) und Vertreter der Gemeinde Mörbisch dabei.
In der Runde wurde schnell klar, nicht nur den Burgenländern werden von ungarischen Behörden kaum Informationen zur Verfügung gestellt, auch ungarische Anrainer aus Fertörakos und Umgebung fühlen sich ausgeschlossen.

Einzig ein YouTube Video, das Anfang Jänner von Sopronmédia veröffentlicht wurde, zeigt wie das Tourismusprojekt am Ende angeblich Aussehen soll: 

136 Hektar Asphaltfläche

Ein besorgter Naturschützer berichtet, aus Informationsmangel und wegen vielen Auftretenden Fragen den Naturschutz betreffend, habe er sich an ungarische Behörden gewendet und ein Dokument zur Verfügung gestellt bekommen, in dem das Bauprojekt ähnlich wie in dem Video erklärt wird. Diesem Dokument zufolge, sollen angeblich gebaut werden:

  • Stellplätze für rund 800 Boote und Yachten,
  • ein großes 4-Sterne Hotel, 
  • ein etwas kleineres Motel,
  • ein Campingplatz, 
  • sowie mehrere Sportplätze

Dafür sollen 136 Hektar Fläche asphaltiert werden.

Außerdem soll in dem Dokument zu lesen sein, dass "Grenzüberschreitende Auswirkungen nicht zu erwarten sind". Gleichzeitig werden aber täglich 8.000 Autos an Verkehrsbelastung in der Hauptsaison erwartet. Das lässt auch auf burgenländischer Seite die Alarmglocken schlagen, denn man fürchtet grenzübergreifende Verkehrsbelastungen.

"Nur 20-30 Schiffe können gleichzeitig Segeln"

Andras Hollo, Präsident des Yachtclubs in Fertörakos berichtet zum Größenvergleich zu den jetzt angeblich geplanten 800 Bootsliegeplätzen, dass es dort derzeit in allen drei Häfen zirka 200 Bootsplätze gibt. "Nur 20-30 Schiffe können gleichzeitig Segeln, also nur zirka 10%. Die meisten müssen schon jetzt im Hafen liegen bleiben." 
Auch Ilona Ludmer, eine Anrainerin und Besitzerin eines Schilfhauses am Neusiedler See zeigt sich empört und fürchtet unterdessen um die Schilfhäuser: "Wir lieben diesen See und hoffen, dass wir dort auch weiter bleiben können!"

Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert

Vor allem der Mangel an konkreten und bestätigten Informationen lässt die Wogen hoch gehen. Pelikan konnte bestätigen: "Dem Burgenländischen Naturschutz liegen bisher keine Informationen bezüglich der Dimension und des Ausmaßes der Größe des Projektes vor" und fordert, dass eine Beurteilung bezüglich des Umweltschutzes dem Land Burgenland zur Verfügung gestellt werden sollte, damit das Burgenland die Plausibilität des Projektes überprüfen kann. Ebenfalls wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gefordert, denn von dem Bau wären auch über 2.000 verschiedene Arten betroffen.

Update vom 6. August: Mittlerweile dürfte seitens der ungarischen Stellen und auch seitens der Entwicklungsgesellschaft, die Bereitschaft signalisiert worden sein, den österreichischen Vertretern auch unter Einbindung von ICOMOS Österreich, das Vorhaben im Seebad Fertörakos vorzustellen und die Pläne darzulegen. Das teilte der Verein Welterbe Neusiedler See am 6. August in einer Aussendung mit. Ein entsprechender Konsulationstermin wurde demnach für die nächsten Wochen in Aussicht gestellt.

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